Postkarten von Kevelaer der Medienmanufaktur Niederrhein

Sehenswürdigkeiten : Kevelaer – neu entdeckt

Die Medienmanufaktur Niederrhein hat die Wahrzeichen der Wallfahrtsstadt in fünf Bildern modern komponiert. Auch die Ortschaften wurden in liebevoller Kleinarbeit abgebildet. Drei Motive gibt es auch als Postkarte.

Mit einem Gruß an die Schwester in die USA fing alles an. Markus van Oorschot überlegte sich, was für ein Erinnerungsbild aus der Heimat er an seine Schwester Stephanie schicken könnte. „Etwas für junge Leute, wo alle Wahrzeichen drauf sind“, beschreibt er, was in mühevoller Kleinarbeit entstanden ist. Wasserturm und Basilika sind in ein Wasserglas künstlerisch wertvoll in ein Wasserglas gepackt, darüber schwebt der gelb-blaue Heißluftballon der Wallfahrtsstadt. „Composing“ heißt die Form, viele Motive kunstvoll zusammenzustellen. Fünf verschiedene Motive sind so entstanden, die ein Stück Kevelaerer Heimatgefühl hinaus in die weite Welt tragen sollen. Die Gnadenkapelle ist genauso zu sehen wie auch ein Ensemble der verschiedenen Ortschaften. Alle Ortschaften sind in kleine Flaschen verpackt und spiegel ihre Eigenarten wieder. Winnekendonk, als Golddorf, ist auf dem wertvollen Metall gebettet. Kervenheim hingegen ist sanft von Wasser umspült. „Weil da rundherum ausgebaggert wird“, erklärt van Oorschot. Die Wettener müssen leider auf ihre „Knoase“, die Mücken, verzichten. Dazu gibt es eine Geschichte. Aber Mücken, die waren dann doch ein wenig zu kleinteilig. Denn die vielen anderen Details, die die Orte auszeichnen, sollen gut zu erkennen sein. „Ich habe Leute aus den verschiedenen Ortschaften gefragt: Was muss drau?“, erklärt van Oorschot die Vorgehensweise.

Was so kompakt auf den Postkarten aussieht, erforderte allerdings viele Stunden Arbeit. Denn das Composing ist nicht einfach Motive ausschneiden und zusammensetzen. Die Perspektive muss stimmen, die Schatten korrigiert werden, die Motive mussten alle im gleichen Licht fotografiert werden. „Das ist in den Wintermonaten ein bisschen schwierig“, sagt van Oorschot. Ab und zu half es auch, einfach mal vom Rechner aufzustehen, damit man nicht einen Tunnelblick gibt.

Die verschiedenen Motive gibt es nicht nur als Postkarte, sondern auch als Bild, zum Verschenken oder für zu Hause. Foto: Medienmanufaktur Niederrhein

Die Zwischenergebnisse wurden auch schon einigen Kunden der Medienmanufaktur Niederrhein präsentiert. Die Reaktionen auf die fertigen Bilder seien übrigens „sehr, sehr gut“, sagt van Oorschot erleichtert. Einige Ideen wurden auch verworfen. Zum Beispiel die Ansicht des neu gebauten Rathauses als riesiges Parkhaus. Daran hätte ihn nämlich das neue Gebäude in der Bauphase erinnert. Auch den Kapellenplatz, der bildlich unter Wasser gesetzt wird mit Angler wurde nicht als endgültiges Objekt gewählt. Dafür aber die Hände, die Kevelaer halten. Die Postkartenmotive sollen nicht einfach nur modern und schön sein, sie haben auch eine Bedeutung, erklärt van Oorschot. „Es sagt aus, dass es in unseren Händen liegt. Es wird ja immer viel diskutiert“, sagt der Kreative. Aber es geht eben nicht ums Diskutieren, sondern ums Machen. Die Postkarten sind erst einmal in einer 1000-er Auflage pro Motiv erschienen und kosten 1,50 Euro. Ein Din-A4-Bild gibt es für 35, das Din-A-3-Bild für 55 Euro. Auch wenn da viel Arbeit drin steckt und es sich um ein Kunstobjekt handele, habe man die Preise mit Absicht sehr günstig gewählt. „Jeder soll sich sein Stück Kevelaer nach Hause holen können“, sagt van Oorschot. An einer Wand in den USA hängt es schon.

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