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Politiker lehnen Bebauung auf Peter-Plümpe-Platz in Kevelaer ab

Innenstadtplanung in Kevelaer : Nein zur Bebauung des Plümpe-Platzes

Der Ausschuss für Stadtentwicklung legte den Rahmen für die Gestaltung des Geländes in der City von Kevelaer fest. Favorisiert wird von der Mehrheit eine Teilung des Platzes. Bald sind die Planer am Zuge.

Zumindest einige Pflöcke sind bei der Planung des Peter-Plümpe-Platzes eingeschlagen. Von den fünf Konzeptideen, die diskutiert wurden, sollen die Varianten 2 bis 4 weiterverfolgt und entwickelt werden. Das schlug der Ausschuss für Stadtentwicklung vor.

Wie berichtet, sehen diese Alternativen vor, dass der Platz geteilt wird. Im Süden soll mehr Aufenthaltsqualität geschaffen werden, im Norden Platz zum Parken bleiben. Die Variante 1 (Status Quo) hätte den Platz kaum verändert, die Variante 5 (Bürgerpark) den Platz parkähnlich gestaltet. Variante 1 fiel komplett durch, mit der „grünen“ Bürgerparkvariante hätten sich die Grünen anfreunden können, wie sie in der Sitzung noch einmal betonten.

Für die Verwaltung erläuterte Ludger Holla, dass auch die Stadt eine Teilung des Platzes favorisiere. Um diese Teilung auch optisch noch deutlicher zu machen, sei auf Anregung des Gestaltungsbeirates eine Art Variante 6 erarbeitet worden. Diese sieht vor, den Platz in der Mitte durch ein Gebäude zu teilen. 300 bis 600 Quadratmeter könnten bebaut werden, der Stadt schwebe ein Gebäude vor, dass auch einen attraktiven Eingangsbereich vor dem Rathaus und eine Verbindung zur Marktstraße bilden könnte. Unten Gastronomie, oben Wohnungen und Büros, das waren die Vorstellungen. Der Bereich könnte auch eine Tiefgarage bekommen.

Die Verwaltung hatte auch bereits mit einem Investor gesprochen, der sich durchaus vorstellen könnte, das Projekt zu realisieren. Auch ein Systemgastronom habe Interesse signalisiert. Dort könne auch ein öffentliches WC integriert werden. „Die Gespräche waren vielversprechend“, sagte Holla. Doch aus diesem Gebäude wird es wohl nichts werden. Denn die Idee, ein Gebäude zu errichten, fiel bei der Mehrheit der Politiker durch. „Mit der CDU ist das nicht zu machen“, sagte Mario Maaßen (CDU). Man sollte eher prüfen, ob es an der Marktstraße eine Möglichkeit gebe, die einen Investor interessieren könnte. Wolfgang Röhr (Grüne) gab zu bedenken, dass eine Gastronomie auf dem Platz wichtig sei. „Sonst ist der Platz tot“, warnte er.

Jan Itrich (FDP) kritisierte: Eine Querbebauung würde die Teilung in Beton gießen. Damit würde man späteren Generationen die Möglichkeit nehmen, den Platz vielleicht doch noch anders zu gestalten. Heinz-Josef van Aaken (KBV) dagegen hätte die Überlegung, ob ein Gebäude Sinn macht, lieber dem Wettbewerb überlassen. Horst Blumenkemper (SPD) hatte schon zu Beginn der Sitzung klipp und klar erklärt, dass er einer Bebauung des Platzes in dieser massiven Form nicht zustimmen würde.

Mit Mehrheit wurde die Idee, auch die Bebauung in den Wettbewerb aufzunehmen, abgelehnt. KBV und Grüne stimmten dafür, CDU, FDP und SPD lehnten die Bebauung ab.

Weiterer zentraler Punkt war die Zahl der Parkplätze. CDU und FDP war es wichtig, möglichst viele auch nach einer Umgestaltung zu erhalten. Die CDU schlug vor, im Wettbewerb bei den Entwürfen mindestens 100 Parkplätze zu verlangen. Schließlich einigte man sich auf den Ansatz, Alternativen für 80 bis 100 Plätze prüfen zu lassen. Den Grünen wäre es am liebsten gewesen, so viele Stellplätze wie möglich wegfallen zu lassen. Das sei im Sinne des Klimaschutzes und würde auch die Aufenthaltsqualität des Platzes erhöhen.

Diskutiert wurde auch darüber, wie die Pilgerankunft am Peter-Plümpe-Platz gestaltet werden soll. Hier halten viele Busse, die die Gläubigen in die City bringen. Einigkeit besteht darüber, einen Platz dafür parallel zur Marktstraße einzurichten. Die Frage ist allerdings wie aufwändig der Bereich gestaltet werden soll. Der CDU würde eine einfach Lösung reichen, eine Überdachung sei nicht nötig, man könne den Bereich vor der früheren Deutschen Bank nutzen. Heinz-Josef van Aaken hielt dagegen: „Wir sind eine Pilgerstadt und müssen den Pilgern daher auch ein vernünftiges Angebot machen. Eine Überdachung sollte auf jeden Fall sein.“ Beschlossen wurde, dass im Wettbewerb dazu verschiedene Varianten geprüft werden sollen.