Stadtplanung in Kevelaer: Plümpe-Platz: Parken ist Bürgern wichtig

Stadtplanung in Kevelaer : Plümpe-Platz: Parken ist Bürgern wichtig

Die Kevelaerer sollen in die Umgestaltung des Areals einbezogen werden. Online gab es die Möglichkeit, seine Meinung der Stadt mitzuteilen. Gewünscht wird vor allem ein Platz für Hochzeitsgesellschaften vor dem Alten Rathaus.

Franz Heckens ist mit der Resonanz durchaus zufrieden. 200 Bürger haben sich online zur künftigen Gestaltung des Peter-Plümpe-Platzes geäußert. „Ich bin von der Zahl der Rückläufer des Fragenbogens positiv angetan. Natürlich bildet das nur den Bruchteil der Gesamtbevölkerung (Kevelaer hat etwa 28.000 Einwohner) ab, aber solche Werte liegen im normalen Rahmen“, sagt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der sich unter anderem um das Thema „Neugestaltung der Innenstadt“ kümmert.

Wichtig sei ohnehin gewesen, den Bürgern früh die Möglichkeit zu geben, sich selbst in den Prozess einzubringen. Dazu gab es online zwei Möglichkeiten. Einmal hatte die Kommune einen Fragebogen mit standartisierten Fragen erstellt, zudem gab es eine interaktive Karte für eigene Ideen, die andere dann bewerten konnten.

Gefragt wurde, welche Funktionen des Peter-Plümpe-Platzes heute wichtig seien. Klar vorne liegt hier die Antwort: Parken. Ein Fünftel der Befragten ordneten die Parkmöglichkeit ganz oben ein. 18,4 Prozent ist die Kirmes wichtig. Ebenso wird die Funktion des Marktplatzes (17,7 Prozent) hervorgehoben und der Standort des Rathauses als wichtige Funktion des Platzes gewertet (16,9 Prozent). „Damit übernimmt der Platz wichtige Funktionen als Veranstaltungsort und für Erledigungen im Rathaus“, heißt es in der Auswertung.

Weniger wichtig scheinen den Bürgern die Funktion als Pilgerankunft (8,5 Prozent, Einkaufsmöglichkeit (6,8), Treffpunkt (5,6) oder Aufenthaltsort (5,2) zu sein. Das mache deutlich, dass der Platz derzeit kaum als Ort zum Verweilen gesehen werde.

Auf die Frage, was momentan nicht am Peter-Plümpe-Platz gefällt, wurde am häufigsten die Gestaltung des Platzes genannt, was knapp 27 Prozent der gesamten Aussagen ausmacht. Fast ein Fünftel der Nennungen bezieht sich auf die als problematisch empfundene Verkehrssituation auf und um den Platz. Bemängelt wird auch ein fehlendes Gastronomieangebot (15,3). Das Angebot und die Präsentation des Wochenmarkts wurden in neun Prozent der Nennungen kritisch bewertet. Zu wenig Feste (8,2) oder Sicherheit (7,5) scheinen kaum ein Problem zu sein, auch die Sauberkeit wird nur von 5,2 Prozent kritisiert.

Bei den Wünschen zur künftigen Gestaltung des Platzes lagen zwei Dinge vor: Einmal die Einrichtung eines autofreien Bereichs vor dem Alten Rathaus, der beispielsweise von Hochzeitsgesellschaften genutzt werden kann. Eine große Mehrheit der Befragten ist für diesen autofreien Bereich, 86,1 Prozent stimmen dieser Aussage entweder „voll und ganz“ oder „eher“ zu.

Vergleichbare Ergebnisse lassen sich bei der Aussage zu einer möglichen Verlagerung der Pilgerankunft feststellen. Gut 80 Prozent der Befragten stimmen der Aussage „voll und ganz“ beziehungsweise „eher“ zu, dass für die Ankunft der Pilger in der Innenstadt ein neuer Bereich gefunden werden sollte.

In der Auswertung der insgesamt 294 Einträge auf der interaktiven Karte lassen sich bestimmte Tendenzen erkennen.

Die Bürger wünschen sich einen grüneren Peter-Plümpe-Platz. Bei der Frage, wie viele Parkplätze beispielsweise für eine Erweiterung der Grünfläche im Norden des Platzes reduziert werden könnten, gehen die Meinungen auseinander. Ein wiederkehrender Vorschlag ist die Zweiteilung des Platzes in eine Nord- und eine Südhälfte, bei der im Norden (Bereich Annastraße) ein Platz mit Aufenthaltscharakter zum Verweilen geschaffen wird und im Süden (Bereich Marktstraße) die Funktion Parken Vorrang haben soll.

Eine zusätzliche Bebauung wurde zwar in einzelnen Beiträgen vorgeschlagen, beispielsweise als Verlängerung des Rathauses oder als Häuserreihe parallel zur Marktstraße, trifft in den Reaktionen der Bürger aber insgesamt eher auf Ablehnung.

Viele wünschen sich ein größeres gastronomisches Angebot auf dem Peter-Plümpe-Platz, entweder fest integriert in einen Neubau, in die bereits bestehenden Gebäude oder als mobile Variante (beispielsweise im Rahmen des Wochenmarkts).

Über die Vorschläge soll in einer weiteren Bürgerkonferenz diskutiert werden. Diese öffentliche Veranstaltung soll möglichst noch in diesem Jahr stattfinden.

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