Kevelaer: Plantaria wird geschlossen

Kevelaer: Plantaria wird geschlossen

Der Vogelpark Plantaria ist ab Ende Januar Geschichte. Familie Tebartz van Elst, Betreiber des Erlebnisparks Irrland, hat Fläche und Gebäude übernommen und wird sie in ihr bisheriges Gelände integrieren.

Der Twistedener Freizeitpark "Plantaria" gibt auf: Wie beide Unternehmen gestern bestätigten, hat das Ehepaar Tebartz van Elst, Betreiber des benachbarten "Irrland", den Vogelpark gekauft. Dessen Geschäftsführer und Mitinhaber Heinz-Alois Bosch betonte gegenüber der RP, man sei "nicht pleite", sondern habe eine unternehmerische Entscheidung getroffen, die aus der wirtschaftlichen Lage resultiere. "Der Niederrheinpark Plantaria wird noch bis Ende Januar für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben, dann räumen wir auf, und den Vogelpark gibt's nicht mehr."

Die beiden Parks hatten einen langen Rechtsstreit miteinander geführt, weil immer wieder Gäste des bäuerlichen Erlebnisparks ihre Fahrzeuge auf dem Plantaria-Parkplatz abstellten. Während Irrland in der Schönwetterzeit von Tausenden Besuchern überschwemmt wurde, hatte der Vogelpark nur wenig Zulauf und für die wenigen Gäste reichlich Parkraum.

Umzug erwogen

  • Kommentar : Ohne Nachfrage keine Zukunft

Den benötigt Familie Tebartz van Elst dringend. Für einen Ausweichparkplatz auf dem nicht befestigten Feld gab es nur zeitlich befristete Genehmigungen, so dass eine Lösung drängte. Viele Gespräche mit der Stadt Kevelaer wurden wegen der gewünschten Erweiterung geführt. Wie die Twistedener Unternehmer gestern mitteilten, hätten sie zwischenzeitlich sogar erwogen, den Park in die Niederlande umzusiedeln.

Das ist nun nach der "Einigung" mit Plantaria nicht mehr nötig. Die dezente Umschreibung Josi Winkels-Tebartz van Elst', Irrland "integriere Gebäude und Freiflächen der Nachbarn", bedeutet nichts anderes als eine komplette Übernahme. Gelände und Gebäude gehen in den Besitz der Unternehmerfamilie über, die acht Mitinhaber des Plantaria-Parks behalten die Tiere. Werner Neumann, von Beginn an Eigentümer der meisten Papageien, war gestern nicht zu sprechen. Bosch erklärte, die Tiere würden nicht verkauft, sondern an Zuchtstationen und Zoos (zurück) gegeben werden oder bei ihren Besitzern bleiben.

Drei feste Mitarbeiter und etwa 15 Aushilfen verlieren ihre Jobs. Plantaria-Stammkunden, die fürs neue Jahr bereits eine Dauerkarte erworben haben, sollen laut Bosch entschädigt werden. Die Besucher des Irrland werden einige gute Plantaria-Bestandteile im "Irrland" wiederfinden, schreibt Familie Tebartz van Elst. Die Einigung mit Plantaria ermögliche ein sinnvolles Wachstum, ohne Twisteden zusätzlich zu belasten. Schon zur Saison 2010 soll etwa ein Drittel des Plantaria-Geländes in den Park eingebunden werden. Verbunden werden die bislang zwei Parks durch einen Fußgängertunnel unter dem Scheidweg. "Der verdient seinen Namen dann nicht mehr", freut sich Josi Winkels-Tebartz van Elst.

(RP)