Parookaville startet mit einer Festivalhochzeit

Paar wird am ersten Festivaltag in Weeze getraut : „Ja, ich parookaville!“

Parookaville-Hochzeit 2018: Die Kölner Magnus und Nina sagen "Ja"

Zum Start des Parookaville-Festivals in Weeze wurde es erst einmal ganz feierlich und romantisch: Ein Paar gab sich das Ja-Wort. Und dann strömten Tausende Besucher aufs Gelände.

Es ist um 12 Uhr noch still in der Festivalstadt. Die Tore sind geschlossen. Doch plötzlich schießen Rauchwolken aus riesigen Säulen, an der kleinen Festival-Kirche brandet Applaus auf, denn von weitem ist eine Hochzeitsgesellschaft zu sehen. Ganz in Weiß die Braut, ganz in Weiß die Limousine, in einem Hauch von Nichts die Tänzerinnen, die wie riesige Pfauen wirken und den Rolly Royce bei der Fahrt zur Kirche eskortieren.

Es ist der große Tag für Magnus und Nina. Die beiden haben bei der Aktion von Warsteiner und „Musikdurstig“ gewonnen und wurden aus Hunderten von Paaren ausgewählt, beim Parookaville-Festival eine echte Hochzeit zu feiern.

Es ist die einzige rechtmäßige Hochzeit, die es in einem Festival gibt, erläutert Birgit Tönnessen. Sie ist Standesbeamtin von Weeze und nimmt die Trauung vor. Sie trägt ein blaues Kleid, das sie auch sonst bei solchen Anlässen anzieht. „Es soll ja auch seriös wirken“, sagt sie. Das Hochzeitspaar hat sie vor einer Woche persönlich kennengelernt. Von den beiden ist sie begeistert. „Die sind supernett und passen super hierhin. Da hat das Los genau die richtigen getroffen“, sagt sie und ist fest überzeugt: „Den beiden ist es wirklich ernst, das ist nicht nur eine Hochzeit so aus Gag.“

Nina und Magnus nach der Trauungszeremonie. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Und auch wenn die Trauung beim verrückten Festival stattfindet, ist die Wahl des künftigen Namens ganz traditionell: Nina wird den Nachamen ihres Mannes annehmen.

Es wird rührend in der kleinen Kirche mit DJ Pult und Theke. Zum Song „Mein Herz schlägt für dich“ zieht Nina in die Kirche ein. „Ein Lied, das auf uns aufpasst und die Monster verscheucht“, erläutert die Braut die Musikauswahl.

Magnus hat sich sicherheitshalber von seinem Trauzeugen ein Taschentuch reichen lassen. Die Trauung ist kaum weniger festlich als an einem anderen, weniger außergewöhnlichen Ort. Die Mutter von Magnus schenkt ihrem Sohn einen Schleifstein, weil sie von ihm geschliffen wurde. Die Mutter von Nina nennt ihr Kind einen Sonnenschein. Bei der Zeremonie sagt das Paar laut und deutlich „Ja“. Im Festivaldeutsch heißt das „Ich parookaville“.

Prominenter Trauzeuge ist Frans Zimmer alias DJ Alle Farben, dessen Lied „Holy“ bei der Zeremonie gespielt wird. Er fühlt sich geehrt, weil er gefragt wurde, diese Aufgabe zu übernehmen. „Das war erst die zweite Hochzeit, der ich beigewohnt habe“, sagt er. Er hat sofort einen Draht zum Brautpaar und lädt sie für Sonntag ein, bei seinem Auftritt in den Backstage-Bereich zu kommen. Und wird er „sein“ Paar auch noch mal wiedersehen? „Vielleicht ja schon im kommenden Jahr, das Brautpaar hat ja ein Freiticket für 2019 bekommen, und wenn ich dann hier auch wieder spiele, werde ich mich sicher mit ihnen treffen.“

Da würden wohl viele gerne mit dem Brautpaar tauschen, denn auch im Interviewbereich ist Alle Farben ein gesuchtes Motiv für Selfies. Der DJ gibt sich unkompliziert und erfüllt jeden Fotowunsch.

Und während die Trauung vorübergeht, kommt der große Moment für die Fans: Die Tore öffnen sich und 60.000 Besucher strömen auf den Platz. Mit der Ruhe ist es jetzt endgültig in der Festival-Stadt vorbei. Die Riesenparty ist eröffnet. Es wird laut werden.

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