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Wie Pferde auf dem Gnadenhof auf Parookaville reagieren

Gnadenhof direkt neben Parookaville : Tiere ohne Angst vor Electro Dance

Direkt am Parookaville-Gelände liegt der Gnadenhof in Weeze. Pferde, Ponys und Kaninchen leben hier und sogar ein Aldi-Schwein. Wie sie die Musik nebenan erleben.

Für den Parookaville-Sound nehmen die Fans weite Anreisen auf sich. Mancher bekommt die Musik dagegen gleich frei Haus geliefert, weil er direkt neben dem Festivalgelände wohnt. Bauernhöfe liegen dort, das Petrusheim und auch der Gnadenhof, in dem diverse Tiere zusammenleben.

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Pferde gibt es dort, Hängebauchschweine, Kaninchen und Enten und sogar ein Schwein, das einst aus Protest gegen die Fleischpreise als Ferkel in einem Karton vor Aldi ausgesetzt worden ist. Das Ferkel ist inzwischen zu einem stattlichen Eber angewachsen, der sich wie seine anderen Mitbewohner auf dem Gelände in den kommenden Tagen auf ungewöhnliche Klänge einrichten muss. „Natürlich ist die Musik vom Festival drüben gut zu hören. Wir kriegen hier von allem ein bisschen mit“, sagt eine Mitarbeiterin des Gnadenhofs. Für viele Tiere wird es ihr erstes Festival sein, schließlich hatte Parookaville wegen Corona drei Jahre lang Pause. Einige Pferde freilich haben bereits Festivalerfahrung. „Sie hatten mit der Musik nie Probleme und waren immer ganz entspannt. Ich denke, dass das auch diesmal so sein wird“, berichtet die Mitarbeiterin. Ohnehin sei ja in den vergangenen Tagen schon ordentlich Trubel in der Umgebung, weil Fahrzeuge für den Aufbau auf der Straße vor dem Gnadenhof vorbeifuhren. Auch das sei für die Tiere kein Problem gewesen. Man gehe davon aus, dass sie auch ruhig bleiben, wenn die Musik dann läuft. In der Nähe gebe es zudem Schreckschussanlagen, die Vögel von den Feldern vertreiben sollen. Auch an diese Geräusche haben sich die Tiere längst gewöhnt.

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Der Gnadenhof wird vom Verein Bund deutscher Tierfreunde getragen, der auch das Tierheim in Kamp-Lintfort betreibt. In Weeze landen vor allem die Tiere, die dann hier so etwas wie ihren Lebensabend verbringen. In der jüngsten Zeit werden verstärkt Kaninchen abgegeben. Die Mitarbeiter vermuten, dass das „Corona-Tiere“ sind, die während der Pandemie im Lockdown angeschafft wurden und nun zur Last fallen. Die zusätzlichen Tiere verursachen zusätzliche Kosten. Auch weil ein neues Gehege für die Langohren gebaut werden musste.

Und die steigenden Preise bereiten den Verantwortlichen ohnehin Kopfschmerzen. Die Preise für die Versorgung der Tiere steigen, und die Energiepreise erreichen ungeahnte Höhen. Manche Tierheime befürchten eine Verdoppelung der Heiz- und Stromkosten in diesem Jahr. Doch die Tiere müssen versorgt oder zum Tierarzt gefahren werden. Auf dem Gnadenhof brauchen die Pferde, Esel und Ponys Heu, das immer teurer wird. Und die Getreideengpässe durch den Krieg in der Ukraine machen sich erst langsam bemerkbar.

Natürlich versuchen die Tierheime und Gnadenhöfe mit Einsparungen, so viel Luft wie möglich zu schaffen, doch auch dies hat Grenzen, besonders wenn es um die Versorgung kranker Haustiere geht. „Die Situation ist beängstigend, deshalb bitten wir um Hilfe, da nur gemeinsam diese Krise bewältigt werden kann. Solidarität mit den Tieren ist jetzt gefragt, auch wenn die Lage schwierig ist.“

Wer spenden möchte, findet Infos unter www.bund-deutscher-tierfreunde.com