Parookaville, Juicy Beats und Co. Diese Cannabis-Regeln gelten auf den NRW-Sommerfestivals

Weeze · Seit dem 1. April 2024 ist der Konsum von Cannabis in der Öffentlichkeit in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Auf Großveranstaltungen sind die Regeln allerdings kompliziert. Kiffen auf dem Festival: ja oder nein? Welche Entscheidungen Parookaville und Co. getroffen haben.

Das Parookaville-Festival am Airport Weeze beginnt beginnt am kommenden Freitag.

Das Parookaville-Festival am Airport Weeze beginnt beginnt am kommenden Freitag.

Foto: dpa/Christoph Reichwein

Es sind nur noch wenige Tage, bis sich das Gelände am Airport Weeze wieder in ein buntes Farbenmeer voller Musik, Tanz und guter Laune verwandeln wird: Das Parookaville-Festival (19. bis 21. Juli) steht in den Startlöchern.

Mit jährlich rund 225.000 Besucherinnen und Besuchern ist das Event das beliebteste und wichtigste Festival in Deutschland für elektronische Musik und eines der größten Festivals überhaupt in Europa. Da ist es keine Überraschung, dass bei einer Veranstaltung einer solchen Größenordnung besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten und sich die Partygäste vor dem Einlass einer genauen Kontrolle unterziehen müssen.

Parookaville 2024: Das Line-up –​ diese Stars sind am Start
48 Bilder

Von Elektro bis Schlager – diese Acts sind am Start

48 Bilder
Foto: James Bridle

Neben einer ganzen Reihe von Gegenständen, die auf dem Festival-Gelände untersagt sind, verfolgen die Veranstalter auch in diesem Jahr eine Null-Toleranz-Strategie in Sachen Drogen. Wer am Eingang oder auf dem Gelände mit verbotenen Substanzen erwischt wird, soll „umgehend der Polizei übergeben werden und keinen Zugang mehr zum Festival erhalten“, heißt es auf der offiziellen Homepage von Parookaville.

Doch die Definition, was heutzutage noch unter die Kategorie Drogen oder „illegale Substanzen“ fällt, ist spätestens seit der Einführung des Cannabis-Gesetzes nicht mehr so eindeutig. Und so mussten sich die Parookaville-Macher genau wie alle übrigen Festival-Veranstalter in Deutschland in diesem Jahr die Frage stellen, wie sie mit der Teillegalisierung umgehen wollen. Die Antwort lautet: Kiffen ist bei Parookaville erlaubt – in Maßen versteht sich.

Auf der Website des Festivals heißt es zu dem Thema Cannabis wörtlich: „Gemäß den Bestimmungen des Cannabisgesetzes (CanG), das am 1. April 2024 in Kraft getreten ist, ist der Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis pro Person zum Eigengebrauch gestattet, dies gilt auch für die Campsite(s) und das Festivalgelände (City). Der Verkauf von bzw. der Handel mit Cannabis ist per Gesetz untersagt.“

Das bedeutet im Klartext: Die Security auf dem Festival steht bei Cannabis-Kontrollen vor demselben Problem wie Polizeibeamte seit dem 1. April auf deutschen Straßen. Denn die Sicherheitskräfte werden wohl kaum stets eine Waage bei sich haben, um die Einhaltung der Toleranz-Grenze von 25 Gramm pro Person überprüfen zu können.

Die Verantwortlichen setzen also vielmehr darauf, dass sich die Cannabis-Liebhaber an die geltenden Regeln halten und Rücksicht auf das übrige Partyvolk nehmen. „Wir bitten grundsätzlich alle Raucher:innen, dass sie den Schutz von Nichtraucher:innen beachten und andere Gäste durch Rauchen, vor allem vor den Bühnen und in den Food-Courts, nicht übermäßig belästigen“, heißt es auf der Homepage weiter.

Parookaville schlägt damit denselben Weg ein wie das nicht minder beliebte Summerjam-Festival, das erst am vergangenen Wochenende am Fühlinger See in Köln über die Bühne ging. Auch beim Musikevent in der Rheinmetropole war das Kiffen erlaubt. Und laut Medienberichten kam das bei den Feierwütigen ziemlich gut an.

Es wurden zahlreiche Joints gedreht und geraucht, was bei dem Festival für Reggae, Dancehall und Hip-Hop allerdings schon seit Jahren an der Tagesordnung ist. Im Unterschied zu den Vorjahren bewegten sich die Cannabis-Konsumenten nun aber eben im Rahmen der Legalität.

Wer glaubt, dass in diesem Sommer jetzt auf allen Festivals in Deutschland fleißig gekifft werden darf, liegt allerdings daneben. Denn im Unterschied zu Parookaville und dem Summerjam gibt es eine ganze Reihe von Veranstaltern, die den Cannabis-Konsum auf ihrem Gelände untersagt haben.

Darunter sind unter anderem die Macher vom Juicy Beats, das am 26. und 27. Juli im Dortmunder Westfalenpark stattfindet. Das Festival macht von seinem Hausrecht Gebrauch und hat den Konsum von Cannabis untersagt.

Auch beim traditionellen Moers-Festival, das im vergangenen Mai und damit bereits kurz nach der bundesweiten Einführung des Gesetzes über die Bühne ging, galt ein Kiffen-Verbot. Hier war der Grund allerdings ein anderer. Das Land NRW untersagte den Gras-Konsum mit dem Verweis auf die sogenannte „Cannabisordnungswidrigkeitenverordnung“. Demnach gilt ein grundsätzliches Konsumverbot von Cannabis, wenn sich auf Großveranstaltungen auch Minderjährige in unmittelbarer Gegenwart aufhalten.

Während die Stadt Moers für das Moers-Festival, das als Volksfest nun einmal auch für Minderjährige zugänglich ist, folgerichtig ein Cannabis-Verbot aussprechen musste, bewegen sich die Parookaville-Macher mit ihrer Toleranz in Sachen Gras-Konsum im rechtlichen Rahmen. Denn der Einlass in Weeze ist erst ab 18 Jahren erlaubt.

(dab)