Parookaville 2018: Kleinwüchsige verstoßen nicht gegen die Gewerbeordnung

Parookaville-Festival: Stadt Weeze hat mit Kleinwüchsigen hinter der Theke kein Problem

Auf dem Parookaville-Festival stehen Kleinwüchsige hinter einer Minibar. Der Verband der kleinwüchsigen Menschen kritisiert die Aktion scharf und vermutet einen Verstoß gegen die Gewerbeordnung. Die Stadt hat kein Problem mit dem Angebot.

„Timebandits“ nennt sich die Gruppe aus drei Männern, die auf ihrer Website damit wirbt, dass man sie und ihre Minibar für Events buchen kann. Eine Sache haben die drei gemeinsam: Sie sind kleinwüchsig. Der Veranstalter des Musikfestivals Parookaville hat die Gruppe für das gesamte Festival am Niederrhein von Freitag bis Sonntag gebucht. Hinter ihrer Minibar sollen sie „Kurze“, also Schnäpse, ausschenken.

Der stellvertretende Vorsitzende des BKMF (Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien), Klaus Mohnike, ist empört über den geplanten Einsatz von Kleinwüchsigen an der Minibar. „So etwas geht gar nicht und ist unterstes Niveau“, sagt er. Deswegen hatte der Verband am Donnerstag Beschwerde beim zuständigen Gewerbeamt in Weeze eingelegt. Der Vorwurf: Die Aktion verstoße gegen die Gewerbeordnung und den Paragrafen, der eine Schaustellung von Personen untersagt, wenn diese „den guten Sitten zuwiderläuft“.

  • Festival in Weeze : Kleinwüchsige hinter der Minibar bei Parookaville

Die Stadt Weeze hat den Fall bereits geprüft und ist zu dem Schluss gekommen: Es ist alles in Ordnung. „Wir haben den Fall bearbeitet und da ist nichts zu beanstanden“, sagt ein Sprecher der Stadt unserer Redaktion. Man habe mit den Betroffenen selbst gesprochen und auch die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Weeze hinzugezogen. „Gerade wenn man nach dem Leitsatz `Respekt, Toleranz und Akzeptanz´geht, muss man doch sehen, dass jeder Mensch ein Recht auf Teilhabe hat“, sagt der Sprecher. Das gelte auch für Auftritte oder Shows auf Festivals. „Wir haben mit den Künstlern gesprochen, und sie haben das auf vielen anderen Festivals schon gemacht“, sagt der Sprecher.

Die Gruppe selbst sieht offenbar ebenfalls keine Probleme bei ihrem Einsatz auf dem Festival. Auf ihrer Facebook-Seite hat die Gruppe bereits Anfang Juli ihre Freude über die Teilnahme am Festival bekundet: „Wir sind glücklich und stolz bereits im dritten Jahr bei Parookaville wiedersehen zu dürfen“, heißt es dort.

Mehr von RP ONLINE