Niersfunding - Die digitale Spendenbüchse

Serie Im Zeichen der Genossenschaft – Raiffeisen-Jahr 2018: Die digitale Spendenbüchse

Für neue Notenständer hofft der Musikverein Cäcilia auf Unterstützung über die Plattform Niersfunding.

Das digitale Zeitalter macht auch vor der Musik nicht Halt. Beim Musikverein Cäcilia Straelen hat man die Notenblätter gegen Tablets eingetauscht. Da der Musikverein gerne bei diversen Veranstaltungen in Straelen und Umgebung (Kirmes, Schützenfest, Geburtstagsständchen, Tag der offenen Tür) auftritt, musste bisher viel Notenmaterial kopiert und verteilt werden. Durch digitale Tablets wird vor allem auch die Umwelt geschont, es sind keine Papierberge mehr nötig. Die Vereinskasse wird entlastet und der Arbeitsaufwand der Notenwarte reduziert.

Doch das Problem hierbei war: Die alten Notenständer sind nicht geeignet, man braucht nun noch neue Ständer, damit die Musiker auch problemlos ihre Noten lesen können. Die nötigen Mittel dafür möchte der Musikverein über das Niersfunding einwerben. 2300 Euro sollen über diese Online-Plattform der Volksbank an der Niers bis Mitte November eingesammelt werden. Bis Freitagnachmittag hatten schon 54 Unterstützer gespendet. 1005 Euro waren bereits zusammengekommen, davon 540 Euro aus dem Spendentopf der Volksbank.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen wäre vermutlich von dieser modernen Umsetzung des genossenschaftlichen Gedankens begeistert gewesen. Davon ist jedenfalls Christian Hälker überzeugt. „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele oder moderner ausgedrückt: Viele schaffen mehr“ – genau das sei das Prinzip des Niersfundings. Der Pressesprecher der Volksbank an der Niers: „Durch viele kleine Spenden kommen große Beträge zusammen.“ Die Volksbank bietet mit der Plattform eine moderne Möglichkeit, an Spendengelder zu kommen. „Die Sammelbüchse war gestern“, erklärt Hälker.

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Bisher ist das Niersfunding der Volksbank eine Erfolgsgeschichte. Im Oktober 2015 ging es los, fast 120.000 Euro wurden bisher eingesammelt. 47 Projekte fanden über 5000 Unterstützer. Nur bei wenigen wurde das gesetzte Ziel nicht erreicht. Und so funktioniert es: Niersfunding ist eine Form des Crowdfundings. „Crowd“ bedeutet Menge, „funding“ steht für Finanzierung. Ins Deutsche übersetzt handelt es sich beim Niersfunding um viele Leute, die viele kleine Beträge zahlen, damit ein Verein sich etwas Großes leisten kann. Mitmachen können alle gemeinnützigen Vereine. Die Obergrenze für ein Projekt sind 10.000 Euro.

Der Clou: Für jede Spende ab fünf Euro gibt die Volksbank an der Niers zehn Euro obendrauf. Und das solange, bis das geplante Spendenziel erreicht ist. Die Finanzierungsphase dauert drei Monate. Dann bekommt der Verein das Geld. Sollte einmal nicht genug Geld zusammenkommen, dann erhalten die Spender ihr Geld zurück. Auf der Internetseite Niersfunding lässt sich in Echtzeit mitverfolgen, wie die Vereine mit ihren Projekten vorankommen.

Wer den Straelener Musikverein unterstützen möchte oder selbst eine Projekt-Idee für das Niersfunding hat, findet alle Informationen im Internet: www.niersfunding.de

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