Neugestaltung des Forum Pax Christi in Kevelaer ist vom Tisch

Kevelaer : Umgestaltung des Forums vom Tisch

Weil das Land nur den halben Zuschuss zahlen will, hat die Stadt ihren Förderantrag zurückgezogen. Geplant war, die Anlage mehr für weltliche Veranstaltungen zu öffnen. Auch die Stühle sollten transportabel werden.

Die Diskussionen waren teilweise recht heftig gewesen. Um die Entwürfe für eine Neugestaltung des Forums Pax Christ war hart gerungen worden. Schon das hatte gezeigt, wie wichtig den Kevelaerern das prominente Gebäude in der City am Kapellenplatz ist. Am Ende hatte man sich auf ein Konzept geeinigt, mit dem die Stadt Ende 2017 auch den Förderantrag beim Land stellte.

Die Antwort der Bezirksregierung sorgte jetzt allerdings für Ernüchterung bei Stadt und Kirche. Das Land wollte nur 50 Prozent der Gesamtkosten fördern, weil eben die Kirche den Bereich hauptsächlich nutze. Da das Forum Pax Christi nach Auffassung der Bezirksregierung später lediglich zur Hälfte für kulturelle Zwecke genutzt würde, könne auch nur die Hälfte der Umbaukosten gefördert werden, so die Argumentation der Behörde aus Düsseldorf.

Einer der regelmäßigen Publikumsmagnete im Forum Pax Christi ist der Krippenmarkt. Foto: van Offern, Markus (mvo)

Die Idee hinter dem neuen Konzept war aber gerade, die Anlage für weltliche Veranstaltungen zu öffnen. Die Möglichkeiten dazu seien hervorragend. „Hier haben wir quasi eine Open-Air-Arena mit Dach. Das ist einzigartig in der Region“, hatte Helmut Hardt von der Firma Stadtumbau erläutert, die das Konzept zur Neugestaltung erarbeitet hat. Gerade in einer Region wie dem Niederrhein, wo immer mal wieder mit Regengüssen zu rechnen ist, sei ein solcher wettersicherer Veranstaltungsort mitten in der City mehr als attraktiv.

Zentrale Neuerung im Entwurf für das neugestaltete Forum Pax Christi sollte die Änderung der Bestuhlung sein. Bislang dominieren feste Stuhlreihen. Die sollten durch 800 Einzelstühle ersetzt werden. Diese hätten je nach Veranstaltung flexibel platziert werden können. Um die Stühle unterzubringen, war geplant, ein Stuhllager einzurichten.

Auch die Eingangsbereiche zu Kapellenplatz und Mechelner Platz sollten aufgewertet werden, der Entwurf sah auch Trennwände vor, um den Kreuzweg optisch vom Raum abzugrenzen. „Die Chance, diesen prägnanten innerstädtischen Platz anzupacken, sollten wir nutzen“, hatte Bürgermeister Dominik Pichler seinerzeit gesagt.

Kein Wunder, dass der Rathaus-Chef enttäuscht ist, dass aus dem Projekt jetzt erst einmal nichts wird. „Mich hätte es gefreut, wenn die Bezirksregierung unserer Argumentation gefolgt wäre, dass das Forum Pax Christi ein besonderer Raum ist“, sagt er nach der Nachricht aus Düsseldorf.

Die Umgestaltung ist jetzt erst einmal vom Tisch. Denn durch die Kürzung der Förderung bliebe ein größerer Eigenanteil bei Kirche und Stadt. Beide wollten jeweils die Hälfte des Eigenanteils tragen. „Mit den vorhandenen Mitteln ist ein Umbau in der geplanten Art nicht zu finanzieren. Es ist daher entschieden worden, den Förderantrag für dieses Teilprojekt zurückzuziehen“, so Franz Heckens von der Stadtverwaltung im aktuellen Newsletter zur Stadtkernerneuerung.

„Ob es ohne die Förderung vom Land vielleicht mal zu einer kleinen Lösung für das Forum Pax Christi kommt, das ist derzeit noch offen“, sagt Bürgermeister Pichler. Denkbare Veranstaltungen für ein neu konzipiertes Forum Pax Christi wären Lesungen, Konzerte oder Filme gewesen.

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