Neues Becken im Hallenbad Kevelaer eingeweiht

Hallenbad Kevelaer : Hier kann Kevelaer baden gehen

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit ist jetzt das neue Becken im Hallenbad Kevelaer eröffnet worden. Hier sollen Kinder schwimmen lernen.

Eine Sache ist in jedem Schwimmbad eine Todsünde: Mit Straßenschuhen in die Nähe des Beckens zu kommen. Am Donnerstag drückten die Verantwortlichen im Hallenbad Kevelaer beide Augen zu, denn schließlich stand die Eröffnung des neuen Beckens an und da wollten sich die vielen Gäste natürlich direkt am Beckenrand einen Eindruck von der neuen Anlage verschaffen. Die wichtigste Botschaft verkündete Bürgermeister Dominik Pichler gleich zu Beginn. „Das Becken ist dicht.“ Schließlich hatte es, wie berichtet, Verzögerungen beim Bau gegeben und zuletzt war immer mal wieder Wasser aus dem Becken getropft. Doch die Probleme seien im Griff und das Bad bereits vor der eigentlichen Öffnung ausreichend von Badegästen getestet worden. Pichler freute sich, mit dem Bad auch einen langen Wunsch des Bädervereins erfüllen zu können. Er erinnerte daran, dass die politische Mehrheit für das Prohekt lange unklar gewesen sei. Den Ausschlag hatte schließlich gegeben, dass es Fördermittel vom Bund gab. Die frühere Bundesbauministerin Barbara Hendricks war daher auch zur Eröffnung gekommen. Die wichtigsten Fakten zum Projekt im Überblick.

Die Historie Das bestehende Hallenbad in Kevelaer stammt aus dem Jahr 1973 und ist in den letzten Jahren technisch modernisiert worden, allerdings erfüllte es nach energetischen Gesichtspunkten nicht den aktuellen Stand der Technik. Das Bad hat eine Beckenfläche von 313 Quadratmetern und wird regelmäßig von Besuchern, Vereinen und Schulen genutzt.

Ziel: Jedes Kind soll schwimmen lernen Das Lehrschwimmbecken an der St.-Antonius-Grundschule wurde im Jahr 2006 geschlossen, so dass seitdem nicht ausreichend Flächen für den Schwimmunterricht und die Wassersportvereine zur Verfügung stehen. Das neue Becken mit von 100 Quadratmetern soll für den Schulbetrieb, für Reha-Kurse, Senioren- und Behindertensport sowie auch für Schwimmkurse verschiedener Vereine genutzt werden. Durch den Hubboden kann die maximale Wassertiefe von 1,5 Meter verringert werden. So wird eine multifunktionale Nutzung für verschiedene Gruppen möglich. Das Becken ist mit einer Wärmepumpe ausgestattet und an das Blockheizkraftwerk des Hallenbads angeschlossen.

Auch die Umkleidekabinen sind modern umgestaltet worden. Sie wirken hell und freundlich. Foto: Evers, Gottfried (eve)


Finanzierung
Die Sanierung des „alten“ Bades und der Neubau des Mehrzweckbeckens wurden mit Fördermitteln aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen für Sport, Jugend und Kultur unterstützt. Der Bäderverein Kevelaer steuerte 150.000 Euro zu dem Projekt bei. Insgesamt lagen die Baukosten bei rund 3,2 Millionen Euro geschätzt.

Modernisierung des Hallenbads Die Modernisierung und Umgestaltung des Umkleidebereichs und der Sanitäranlagen des alten Hallenbads waren aufgrund der Erweiterung um das Mehrzweckbecken notwendig. Die Umkleiden und Sanitär- und Duschräume wurden entkernt, saniert und an die neue Nutzung angepasst. Die Räume haben einen schönen Kontrast zwischen roten Wänden und hellem Boden. Durch ein neues Farbkonzept und eine helle, offene Gestaltung werden die Besucher freundlich empfangen. Der Schwimmmeisterraum befindet sich nun zwischen den beiden Becken. Das Flachdach des niedrigeren Bereichs des Bads ist energetisch gedämmt worden.

Probleme Der Bau hatte sich immer wieder verzögert. Statt Ende 2018 wurde das Becken jetzt ein Jahr später eröffnet. Zunächst hatte es Schwierigkeiten mit der Decke gegeben, was kurzzeitig zum Baustopp führte. Außerdem musste an den Schweißnähten nachgearbeitet werden. Zuletzt wurde das Becken abgedichtet.