Neuer Fonds soll 50.000 Euro an Vereine in Kevelaer spenden

Energie für Kevelaer: Vereine sollen von Windkraft proftitieren

Der neue Fonds soll jährlich 50.000 Euro an Vereine in Kevelaer spenden. Das Geld geben die Stadtwerke, Niersenergie und die beiden Betreiberunternehmen der örtlichen Windkraftanlagen.

Frischer Wind für die Vereinsarbeit in Kevelaer. Wer sich in der Marienstadt ehrenamtlich engagiert und finanzielle Hilfe braucht, kann ab sofort auf Mittel aus dem neuen Fonds „Energie für Kevelaer“ hoffen. Stadtwerke, Niersenergie und die Betreiber der Windkraftanlagen Bürgerwind und Bürgerenergie Schwarzbruch-Nord stellen in diesem Jahr 25.000 Euro, in Zukunft dann sogar 50.000 Euro für Spenden an gemeinnützige Organisationen zur Verfügung.

Mit dem neuen Fonds wollen die Unternehmen die Bürger an den Erträgen aus der Windkraft beteiligen. Zunächst habe man über Sparbriefe als Bürgerbeteiligung nachgedacht, schaute Stadtwerke-Chef Hans-Josef Thönnissen auf die Entwicklung zurück. Doch bei der aktuellen Niedrigzinslage wären so kaum echte Dividenden für die Bürger zusammengekommen, zudem wäre der Aufwand bei den Banken sehr hoch gewesen. Nun wolle man den Weg über die Vereine gehen. „Schließlich gibt es kaum einen Kevelaerer, der nicht zumindest in einem Verein Mitglied ist“, so Thönnissen.

Die Stadtwerke folgen ihrer vertraglichen Verpflichtung zur Bürgerbeteiligung und geben jährlich 20.0000 Euro in den Spendentopf, von der Niersenergie kommen 10.000. Die beiden Betreiberunternehmen der örtlichen Windkraftanlagen geben freiwillig gemeinsam 20.0000 Euro jährlich. „Wir wollen in Kevelaer investieren und die Region voran bringen. Daher unterstützen wir gern den Fonds. Wir würden uns freuen, wenn wir so auch das Bewusstsein für Umwelt, Natur und Landwirtschaft stärken könnten“, so Gerd Baumgärtner von der Bürgerwind Kevelaer.

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95 Vereine in Kevelaer sind per Brief über die neue Fördermöglichkeit informiert worden. Sie können nun Anträge stellen. „Unkompliziert“ wolle man entscheiden, sagt Wolfgang Toonen von den Stadtwerken, der sich um die Abwicklung kümmert. Ein achtköpfiges Gremium wird entscheiden, wer und in welcher Höhe unterstützt wird. Höchstbeträge sind nicht festgelegt. Der 15. September ist der erste Stichtag für das neue Spendenprogramm. Möglich ist die Unterstützung in allen gemeinnützigen Vereinen, von der Jugend- und Altenhilfe, Behindertenarbeit, über Sport und Brauchtum bis zu Kunst und Kultur. Wichtig ist aber, dass das Projekt nicht gleichzeitig durch die Stadt gefördert wird. Dagegen habe man sich mit den anderen Stiftungen in der Stadt im Vorfeld verständigt. Zwar verfolge man unterschiedliche Ansätze, aber auch gemeinsame Unterstützung wäre durchaus möglich.

Unabhängig von den Spenden profitiere Kevelaer heute schon von der Windenergie, betont Thönnissen. „Vielen Bürgern ist nicht bekannt, dass die Windkraftanlagen in Kevelaer rechnerisch ein Drittel des Strombedarfs unserer Stadt umweltgerecht produzieren“, so der Betriebsleiter der Stadtwerke Kevelaer und Geschäftsführer der Niersenergie. Bürgermeister Dominik Pichler begrüßt die „sinnvolle Änderung der ursprünglichen Planungen“ und die Gründung des Fonds „Energie für Kevelaer“: „Spenden in dieser Größenordnung können immer helfen, gerade auch vor Ort.“