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Neue Gewerbegebiete durch Regionalplanänderung auch in Kevelaer

Planung für das Gelderland : Regionalplan macht Weg für Gewerbegebiete frei

In Kevelaer baut auf dem Areal am Kreisverkehr Lederwaren Klümpen. In Herongen wurde das Depot herausgenommen.

Der Bau nimmt inzwischen Formen an. Am kleinen Kreisverkehr Richtung Wetten entsteht derzeit das neue Gebäude der Firma Lederwaren Arnold Klümpen. Eine Entwicklung, die auch Hannes Selders (CDU) begrüßt, der für Kevelaer im Regionalrat sitzt. Und eben dieses Gremium ist unter anderem dafür zuständig, dass festgelegt wird, was sich auf welchen Flächen im Land entwickeln kann. Das passiert über den so genannten Regionalplan. Und eine Änderung eben dieses Planes hat dafür gesorgt, dass die Fläche an der Wettener Straße mit rund 5,8 Hektar als Gewerbegebiet dargestellt wird. Und auch wenn die Änderung noch nicht offiziell beschlossen ist, durfte mit dem Bau bereits begonnen werden.

Die zweite Änderung des Regionalplanes ist gerade vom Planungsausschuss abgesegnet worden. Das stelle einen „wichtigen Beitrag zur flächensparenden und bedarfsgerechten Siedlungsentwicklung“ dar, so die CDU-Regionalratsfraktion.

Neben der Fläche am Kreisverkehr in Kevelaer sind vier weitere Gebiete im Kreis Kleve betroffen. In ­Straelen wurde das Gebiet des früheren Depots in Herongen herausgenommen. Die Stadt ist davon nicht ganz so begeistert, wie Baudezernent Harald Purath erläutert. Die Kommune hatte den Wunsch, das Areal weiter zu entwickeln und als Gewerbegebiet zu nutzen. Wegen der Nähe zu den Krickenbecker Seen ist das Gebiet allerdings zum nationalen Kulturerbe ernannt worden. Daher ist die Fläche aus dem Regionalplan heraus. In Teilen sei das sicher richtig, aber das ganze Gebiet hätte man nicht herausnehmen müssen, findet Purath.

In Geldern geht es um eine Gewerbefläche am Pannofen. Das Areal ist 3,7 Hektar groß, bislang als Allgemeiner Freiraum und Agrarbereich dargestellt und soll Gewerbegebiet werden.

In Wachtendonk betrifft die Änderung ein rund elf Hektar großes Gebiet im „Müldersfeld“. In Uedem geht es um die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebietes in Richtung Kervenheim um 6,8 Hektar. In den betroffenen Bereichen ist die Bauleitplanung bereits umgesetzt.

Entscheidendes Instrument für diese Umwandlungen ist der virtuelle Gewerbeflächenpool des Kreises Kleve. Bei diesem Modellprojekt wurden 190 Hektar Bauflächen im Regionalplan und in den Flächennutzungsplänen aufgehoben und als Freiraum dargestellt. Diese Zahl bildete die Startgröße für den Pool und wird in einem Flächenkonto erfasst, das den Städten und Gemeinden für eine bedarfsgerechte Entwicklung zur Verfügung steht. „Bei der Planung von Bauland für Gewerbe werden diese Flächen aus dem virtuellen Konto abgebucht. Außerdem können Grundstücke wieder eingebucht werden, wenn zum Beispiel nicht umsetzbare Areale aufgehoben und erneut als Freiraum dargestellt werden“, heißt es. Es ist eine zentrale Voraussetzung des Gewerbeflächenpools, dass die geplanten Bauflächen an den bestehenden Siedlungsraum angrenzen. Die Planung von Gewerbeland steht unter anderem unter der Voraussetzung, dass eine konkrete Anfrage eines Betriebs zur Erweiterung oder Ansiedlung vorliegt.

CDU-Politiker Hannes Selders hob nach dem Beschluss im Planungsausschuss die Bedeutung des sogenannten virtuellen Gewerbeflächenpools im Kreis Kleve noch einmal hervor. „Dabei handelt es sich um ein Modellprojekt zur Stärkung einer nachfrageorientierten statt angebotsorientierten Planung von Bauflächen, das wir 2011 auf den Weg gebracht haben und das sich sehr bewährt hat“, betont der Politiker, der von „interkommunaler Zusammenarbeit par excellence“ spricht.