Moeselaegen aus Kevelaer ist einer der besten Metzger Deutschlands

Es geht um die Wurst in Kevelaer : Moeselaegen, eine der besten Metzgereien

Das Magazin „Der Feinschmecker“ prämierte den Kevelaerer Betrieb als einen der 500 besten in Deutschland.

„Schmuckstück“, wer wird nicht gerne als solches bezeichnet. Im konkreten Fall gilt dieses Kompliment dem 30 Tage gereiften Steak des Eifler-Weidenrindes aus Prüm. Zu finden ist der Leckerbissen für Fleischliebhaber bei Moeselaegen in Kevelaer. Die Metzgerei wurde als einer der 500 besten in Deutschland geadelt.

„Da sind wir doch echt mal ein bisschen stolz und vor allem demütig, es neben all diesen Hammer-Kollegen in die Auswahl der besten Metzger Deutschlands geschafft zu haben“, so Hans-Peter Moeselaegen. Es sei eine schöne Bestätigung für die tägliche Arbeit. „Da machste kein Riesenfass auf“, sagt der Fleischermeister bescheiden. Ein paar Kunden waren aber dann doch da, die gratuliert haben.

Gelobt wurde in der Extra-Beilage der Fachzeitschrift „Der Feinschmecker“ nicht nur das Steakfleisch, sondern auch die Gutsleberwurst, Blutwurst und die Schinkensülze. Was alles von der Kevelaerer Traditionsmetzgerei getestet wurde, wird Moeselaegen wohl nie erfahren. „Das Ganze ist anonym abgelaufen“, sagt der Kevelaerer. Bewerben kann man sich übrigens für so eine Ernennung nicht.

Der „Feinschmecker“ bekam Tipps von Lesern. Allein über Facebook erreichten die Redaktion viele 1000 Vorschläge. Irgendwann schickte der „Feinschmecker“ eine Info an Moeselaegen und bat um ein paar Fotos aus dem Betrieb mit dem Hinweis, dass sie in der engeren Auswahl seien. „Erstmal biste überrascht, klar, dann freuste dich, und dann überlegste, wer dich vorgeschlagen hat“, sagt der Fleischermeister über die Gedankenkette, die das Anschreiben vom „Feinschmecker“ in Gang setzte. Der Kunde, der den entscheidenden Tipp an das Fachmagazin gegeben hatte, gab sich irgendwann zu erkennen. „Der Kunde gehört zu den wenigen jungen Menschen, die sich noch ausgiebig mit Kochen beschäftigen und eine hochwertige Quelle für Fleisch brauchen“, verrät Moeselaegen. Einen Namen nennt er nicht, braucht er auch nicht. Sicher ist, die Tester waren ebenfalls überzeugt.

Prüm, woher das „Schmuckstück kommt, liegt übrigens mitten in der Eifel. „Im Gegensatz zu uns hier haben die dort fürchterlich viel Weidefläche, wo die Tiere das ganze Jahr laufen können“, erklärt Moeselaegen. Entscheidend sei außerdem, dass die Lebendtransporte kurz sind, damit die Tiere möglichst wenig Stress haben.

Bewertet wurden von den Testern aber nicht nur die Fleisch- und Wurst­qualität, sondern auch, wie fachkundig das Personal ist. Auch damit konnte Moeselaegen punkten. Hinter der Theke steht unter anderem Mutter Josi. Vater Peter arbeitet im Betrieb genauso mit wie die weiteren Brüder Felix, der „Börgermeister“, und Lutz. Im Geschäft steht auch der Eiserne Meisterbrief von Opa Franz Moeselaegen. Der habe beim Stadtarchiv Recherchen betrieben und sei auf die Jahreszahl 1732 gestoßen. So lange gibt es schon die Familie in der Marienstadt, nicht immer als Metzger, sondern auch als Bäcker und Brauer. „Brauerei müsste man wieder aufleben lassen“, überlegt Hans-Peter Moeselaegen laut.

Überhaupt gehen der Familie die Ideen nicht aus. Die Currywurst in zig Varianten läuft, es gibt Grillbuffets, und Vater Peter brachte das Angebot von fertigem Essen in Konserven ins Rollen. „High-End-Convenience“ nennt es Hans-Peter Moeselaegen. Das sei kundenorientiert, denn die Menschen haben immer weniger Zeit zum Kochen. Passend zur Jahreszeit gibt es bei der Kevelaerer Metzgerei auch bald wieder „Gänsebraten im Baukastenprinzip“, also Fleisch und, wer mag, plus Klößen und Rotkohl.

Ihr Wissen gibt die Familie auch gerne weiter. Erst kürzlich wurde Tobias Hundt als Innungsbester bei den Fleischern ausgezeichnet. Warum Fleischer der schönste Beruf der Welt ist? „Weil du kreativ arbeiten kannst. Das macht schon Spaß“, sagt Hans-Peter Moeselaegen. Und wer so viel Herzblut reinsteckt, der kommt auf die Liste der 500 besten Metzgereien Deutschlands.