Weeze: Mittelalter-Show am Flughafen

Weeze: Mittelalter-Show am Flughafen

Am Samstag und Sonntag, 21. und 22. April, übernehmen Ritter das Veranstaltungsgelände des Airport Weeze. Ein riesiges Mittelalter-Spektakel mit 1000 Akteuren erwartet die Gäste. Auch nachts gibt es Live-Musik und Feuer-Shows.

Wenn am Flughafen mit Feuer experimentiert wird und nachts um 2 Uhr noch 64 Dezibel Lärm erzeugt werden, dann sind die Sicherheits- und Aufsichtskräfte gefragt. Und hatten nichts dagegen, als sie von dem Ansinnen hörten, auf dem Veranstaltungsgelände des Airport Weeze ein Mittelalter-Spektakel zu veranstalten. Wie Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber gestern im Pressegespräch sagte, habe er nur einen kurzen Moment gezögert, sich im Internet über den Veranstalter "MPS" informiert und dann gerne seine Zusage gegeben. Das "MPS-Festival" am Wochenende des 21. und 22. April wird den Flugbetrieb nicht beeinträchtigen.

Mehr als 1000 Mitwirkende, die hunderte Zelte, Gebäude und Installationen nutzen, sind für die Veranstaltung in Weeze angekündigt. Die Zeitreise wird sich auf 30 Hektar Fläche vollziehen — so viel Platz hat das reisende Großunternehmen in seiner 19-jährigen Geschichte noch nie zur Verfügung gehabt. Einen Vorgeschmack bot gestern schon eine aus Wilhelmshaven angereiste Gruppe, die vor dem Terminal ein Heerlager aufgebaut hatte. Die Mittelalter-Darsteller leben für ihr Hobby und werden in Weeze zahlreiche Gleichgesinnte treffen. Sie sind Statisten und ansprechbare Auskunftgeber — wer will, kann ihre Zelte, Kleidung, Instrumente und Kochtöpfe besichtigen.

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Im Mittelpunkt stehen jedoch das Bühnenprogramm, die Musik und die Feuerspektakel. Insbesondere der erste Festivaltag ist der Show gewidmet. Die Veranstalter raten zu einem abendlichen Besuch, der sich in die Nacht ausdehnen sollte. Chef Gisbert Hiller und sein "Marktvogt" Eduard von Sonnenberg berichten von einem Feuerspektakel, das sich nach Mitternacht (dann sind alle Flugzeuge am Boden) ereignen wird. "Nachtkonzerte und das Ambiente abertausender Kerzen und Fackeln machen den Besuch des Festivals zu später Stunde besonders spannend", sagt Hiller. Doch auch tagsüber gibt es viel zu sehen: mittelalterliches Handwerk, ein Markt mit 100 Ständen, Gaukler, Zauberer und Spielleute. Kulinarisches wird in Garküchen und Räuchereien, über Feuerstellen und in Suppenküchen zubereitet. Auf dem Markt und in den Heerlagern finden diverse Kinderaktionen statt; der Nachwuchs kann schmieden, töpfern, im Stroh spielen und an einem Ritterturnier teilnehmen.

Pferde wird man auf dem Gelände vergebens suchen — es fehlt eine hinreichend große Wiese. Die Kinder dürfen allerdings Ponyreiten. "Wir wollen auch in den folgenden Jahren nach Weeze kommen. Und vielleicht finden wir dann einen Weg, auch Ritterspiele mit Pferden zu veranstalten", deutet der Marktvogt an. KOMMENTAR

(RP)
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