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Kevelaer/Kleve: Missbrauchsprozess endet mit Freispruch

Kevelaer/Kleve : Missbrauchsprozess endet mit Freispruch

Das Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Kleve gegen einen 44-jährigen Kevelaerer wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an seiner leiblichen Tochter endet gestern vor dem Klever Landgericht mit einem Freispruch für den Angeklagten.

Damit folgte die Kammer der Forderung des Verteidigers. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und wegen Vergewaltigung eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren gefordert. Dem Kevelaerer wurden 140 Fälle von Missbrauch zwischen 2002 und 2006 sowie eine Vergewaltigung zur Last gelegt.

Der Vorsitzende Richter der 7. Strafkammer des Klever Landgerichts, Christian Henckel, begründete den Freispruch mit Widersprüchen in den Aussagen der heute 18-jährigen Tochter vor Gericht sowie bei der Beweisaufnahme. Vor allem in der Aussage in der Hauptverhandlung habe es "erhebliche Widersprüche" gegeben. "Daher sind die Vorwürfe der Anklage nicht zu beweisen", erklärte Henckel. So habe die 18-Jährige unterschiedliche und widersprüchliche Angaben zu Häufigkeit und zum Ort der Übergriffe gemacht. Außerdem sei die Zeugin geneigt gewesen, Fragestellungen in ihre Aussagen zu übernehmen. So sei es für die Kammer unmöglich gewesen selbst Erlebtes von Angaben zu unterscheiden, die sie aus Fragen übernommen hatte. Obwohl zwei Gutachter die Glaubwürdigkeit der Tochter bestätigten und auch der Richter diese anerkannte, habe das Gericht "auf Grund der widersprüchlichen Aussagen zu keinem anderen Urteil kommen" können.

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Der Angeklagte hatte die von seiner Tochter erhobenen Vorwürfe bestritten. Er habe immer ein gutes Verhältnis zu dem Mädchen gehabt und es nie missbraucht, gab der 44-Jährige in seiner Aussage an.

Die Jugendliche hatte Ärzten in der Psychiatrie von den Vorkommnissen erzählt, woraufhin der Fall vor Gericht kam.

(RP/jul)