Missbrauch in Kevelaer: Zweites mögliches Opfer meldet sich

Kaplan beschuldigt : Zweite Frau meldet sich nach Missbrauchsfall in Kevelaer

Im Fall des Kaplans, der eine Frau bei der Beichte missbraucht haben soll, hat sich jetzt ein zweites mögliches Opfer gemeldet. Das teilte Peter Frings, der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, am Mittwochabend mit.

Die Frau hatte sich am Dienstag beim Bistum gemeldet und angegeben, ebenfalls in den 80er Jahren missbraucht worden zu sein. Weitere Einzelheiten wolle man nicht bekannt geben, darum habe die betroffene Frau gebeten.

Da es sich aber um den selben Zeitraum wie im ersten Fall handele, sei davon auszugehen, dass auch dieser mögliche Missbrauch in Kevelaer stattgefunden habe.

Wie berichtet, hatte eine Frau angegeben, dass sie Mitte der 80er Jahre als Mädchen mehrfach von dem Mann bei der Beichte sexuell missbraucht worden sei. Einen Brief der Frau hatte Wallfahrtsrektor Gregor Kauling am Ende der Gottesdienste in St. Marien verlesen. Die Frau hatte den Missbrauch dem Bistum bereits im Jahr 2010 berichtet. Sie hatte aber damals darum gebeten, das nicht öffentlich zu machen und nicht den Staatsanwalt einzuschalten.

Erst als der Priester trotz des Verbots weiter öffentlich Gottesdienste feierte, wandte sie sich erneut ans Bistum und ging in Absprache mit ihrer Rechtsanwältin an die Öffentlichkeit. Sie wolle damit darauf aufmerksam machen, dass auch Frauen Opfer geworden sind und anderen Betroffenen Mut machen, sich zu melden.

Das habe jetzt dazu geführt, dass sich eine weitere Frau gemeldet hat. Peter Frings gab erneut Fehler des Bistums zu, man habe dem Pastor deutlicher sagen müssen, dass er keine Messen mehr feiern dürfe. Der Geistliche habe den Missbrauch eingeräumt, Frings geht davon aus, dass er kein Amt mehr ausüben wird.

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