Minister Stephan Holthoff-Pförtner und Theo Bovens, Limburg, trugen sich in Weeze in das Goldene Buch ein und sprachen über die EU.

Eintrag ins Goldende Buch : Europa zu Gast in Weeze

Stephan Holthoff-Pförtner, NRW-Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Theo Bovens, Vorsitzender der Provinzleitung und des Provinzrates in Limburg trugen sich in das Goldene Buch ein und sprachen über die EU.

Hohen politischen Besuch aus NRW und Deutschlands Nachbarstaaten nahm Bürgermeister Ulrich Francken am gestrigen Europatag im Weezer Bürgerhaus in Empfang. Einer der Gäste war der gebürtige Essener Stephan Holthoff-Pförtner, NRW-Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten.

Dass der Europaminister nicht nur „Europa im Ressort, sondern auch im Herzen trägt“, weiß sein niederländischer Politik-Kollege Theo Bovens zu schätzen. Bovens ist Vorsitzender der Provinzleitung und des Provinzrates in Limburg (Commissaris van de Koning Provincie Limburg). Bovens versteht sich auch aufgrund der geografischen Lage Limburgs als „Europa-Kommissar“, dem grenzübergreifende politische und wirtschaftliche Beziehungen am Herzen liegen.

Um Punkt 12 Uhr durften sich die beiden bekennenden Europäer im Goldenen Buch der Stadt Weeze verewigen, bevor sie zu Beginn der Tagung des Europaausschusses des Deutschen Städte- und Gemeindebundes ihr Grußwort an die Anwesenden aus Österreich, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen richteten.

In der Limburger Hauptstadt wurde 1992 ein Fundament der heutigen EU gelegt. Der Vertrag von Maastricht gilt bis heute als größter Schritt der europäischen Integration seit Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG). „Wir freuen uns, was der Vertrag von Maastricht brachte“, erklärt Bovens.

Vor zwei Jahren haben er und seine Limburger Mitstreiter einen Luftsprung gemacht, als sich das politische Dreigestirn bestehend aus Düsseldorf, Brüssel und Limburg aufeinander zubewegte, um sich für einen grenzübergreifenden Arbeitsmarkt stark zu machen.

Laut dem Limburger Kommisssar sei eine Steigerung des Bruttoregionalprodukts seiner Provinz von rund einer Milliarde Euro möglich, wenn alle Grenzhürden beseitigt werden würden. Eine Solidargemeinschaft, die in einer Region entsteht – fernab von nationalstaatlichen Grenzen – könne Menschen zudem besser verbinden als ein Nationalstaat, meint Bovens.

Auch NRW-Europaminister Holthoff-Pförtner weiß um die Bedeutung grenzübergreifender Zusammenarbeit. Sie „ist das beste was wir haben“, sprach er in seinem Grußwort. „Wir behandeln Europa oftmals schlechter als Europa es verdient“, meint der Minister. 48.000 Arbeitnehmer pendeln täglich in die ein oder andere Richtung, heißt es. Er bezeichnet den Niederrhein als „Glücksregion“ und erinnert sich noch an die Zeit vor dem Schengener Abkommen.

Damals, als zehnjähriger Junge (1958/1959), sei er mit seiner Familie in die Niederlande gefahren. An der Grenze erwartete sie eine lange Pkw-Schlange. Im Auto wurde es damals ganz still. Sein Vater schämte sich für das Essener Nummernschild. Grund dafür war die junge, dunkle Vergangenheit zu Zeiten des in Deutschland herrschenden NS-Regimes.

Heute jedoch, im Jahr 2019, ist zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland nicht nur ein gemeinsamer Arbeitsraum entstanden. Viele Euregio-Projekte werden Hand in Hand angepackt und umgesetzt. Dieses grenzübergreifende Miteinander sei eine der größten Errungenschaft der Europäischen Union. Da sind sich Bovens und Holthoff-Pförtner einig.