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Messdiener in Kevelaer bieten Einkaufsdienst an

Hilfe für Ältere und Risikopersonen : Messdiener in Kevelaer bieten Einkaufsdienst an

Wegen der Vorsichtsmaßnahmen in der Coronakrise gehen vor allem Senioren und Risikopatienten kaum mehr aus dem Haus. Die Ministranten bieten an, die Einkäufe zu erledigen.

Wie können wir helfen in der aktuellen Krise? Diese Frage stellten sich die Messdiener der Kevelaerer Gemeinden St. Marien und St. Antonius und entwickelten innerhalb weniger Tage einen Einkaufsservice für gefährdete Personen während der Corona-Pandemie. „Damit möchten wir älteren und vorerkranken Menschen den Weg zum Supermarkt ersparen“, berichtet Klara Schmachtenberg, eine Mitbegründerin des Projekts. Außerdem betont sie: „Natürlich halten wir uns bei allen Einkäufen sehr genau an die Hygiene- und Verhaltensempfehlungen des Robert-Koch-Instituts.“ Dazu gehören unter anderem regelmäßiges Händewaschen, das Fernhalten der Hände vom Gesicht und das Einhalten des Sicherheitsabstandes, nachdem sie an den Haustüren klingeln. Zudem tragen alle Helfenden Schutzhandschuhe, während sie die Einkäufe erledigen.

Unterstützt werden sie bei der Aktion von Christoph Schwerhoff. Der Kaplan der Gemeinde St. Marien beschreibt die Anfänge der Initiative: „Die Messdiener haben mich angerufen und gemeinsam haben wir überlegt, wie wir es organisieren können, anderen Menschen eine Hilfe zu sein.“ Das Pfarrbüro der Basilika übernimmt dabei die Vermittlerfunktion zwischen den gefährdeten Personen und den Messdienern. Wer den Dienst in Anspruch nehmen möchte, kann montags bis samstags zwischen zehn und zwölf Uhr bei der Pforte des Priesterhauses von St. Marien anrufen. Das Pfarrbüro gibt dann Namen und Anschriften ans Organisationsteam weiter, die wiederrum die Anschriften den Helfenden zuteilen.

Klara Schmachtenberg gehört zu der Gruppe. Foto: ja/Rogmann

„Nachdem die Helfer den Einkaufszettel und das Geld an der Adresse abgeholt haben, finden diese ihren Einkauf dann bis 16 Uhr vor der Haustüre“, erläutert Merle Danckwart, Mitglied des Organisationsteams. „Es war zum Glück sehr leicht, Helfer für dieses Projekt zu finden. Wir haben die Betreuer unserer Gemeinden gefragt und es hat sich schnell eine Gruppe motivierter Leute gebildet. Ich denke, dass wir alle glücklich sind, mit unserer Zeit etwas nützliches zu tun und Menschen zu helfen.“ Innerhalb von drei Tagen fanden sich 32 Jugendliche, die die Einkaufswagen in die Hände nehmen möchten. Das Einkaufen erledigen die Messdiener ehrenamtlich, die Einkäufe müssen die „Auftraggeber“ natürlich selbst bezahlen.

Danckwart betont: „Ohne die tatkräftige Unterstützung von Edeka Brüggemeier, der Pforte und den Helfern hätten wir es als Orga-Team nicht so schnell schaffen können, alles auf die Beine zu stellen. Außerdem zeigt diese Aktion, dass wir auch in schweren Zeiten zusammenhalten, um etwas Gutes zu tun“. „Wir haben sehr viel Wohlwollen bei allen gespürt. Die Menschen wollen helfen“, ergänzt Kaplan Schwerhoff. Zu Beginn der Aktion sei die Nachfrage noch nicht sehr hoch, da die Menschen gerade erst einkaufen waren und die Regale demensprechend noch gut gefüllt seien. Dies dürfte sich jedoch im Laufe der nächsten Woche ändern.

Der Einkaufsdienst kann montags bis samstags von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 02832 93380 in Aspruch genommen werden.

(jaro/kls)