Weeze: Mehr Leben in den Ort

Weeze: Mehr Leben in den Ort

Zweite Bürgerwerkstatt in Weeze war gut besucht und brachte neue Ideen. Sportler wollen den Staffellauf im Ortskern starten, die Gastronomie soll gemeinsam für sich werben – zum Beispiel am Flughafen.

Zweite Bürgerwerkstatt in Weeze war gut besucht und brachte neue Ideen. Sportler wollen den Staffellauf im Ortskern starten, die Gastronomie soll gemeinsam für sich werben — zum Beispiel am Flughafen.

Mit soviel Zuspruch hatten die Organisatoren gar nicht gerechnet: Noch deutlich mehr Weezer als beim vorhergehenden Termin folgten der jüngsten Einladung zur Bürgerwerkstatt Weeze. Auf dem Weg zum "integrierten Handlungskonzept", mit dessen Hilfe sich die Gemeinde öffentliches Geld für die Städtebauförderung erhofft, sind die Workshops wichtige Bausteine. Da es darum geht, die Bürger möglichst stark einzubinden, wertet Wilhelm Möll-Tönnesen, einer der Initiatoren, die gute Resonanz als Erfolg.

Realpolitiker

Bürgermeister Ulrich Franken kündigte zu Beginn des Abends an, er werde nicht lange bleiben. Denn ein Bürgermeister — zugegebenermaßen eher Realpolitiker — könne vielleicht stören, wenn ideenreiche Leute scheinbare Luftschlösser ins Gespräch brächten.

Franken lud die Bürger ein, ungehemmt zu sprechen und bat sie, andere Meinungen zu respektieren. Im Ergebnis hoffe er auf Entwicklungen, mit denen sich möglichst viele Weezer identifizieren können.

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Antje Schnacke-Fürst vom Büro Acocella führte die "Neuen" ins Thema ein. Gleich vier Fachfrauen für Stadt- und Regionalentwicklung trafen sich mit den Weezern im Waldhaus Dicks, um Ideen zu sammeln und das weitere Vorgehen abzustimmen.

Sie erklärte noch einmal, worum es gehe: Die Ideen der Bürger sollen zu Maßnahmenvorschlägen konkretisiert werden, anschließend werde das Büro die Ergebnisse ausarbeiten und mit einem Finanz- und Zeitplan versehen. Das Ganze wird dann zur Bezirksregierung geschickt in der Hoffnung, dass Fördergelder bewilligt werden. Eingereicht werden muss der Antrag spätestens im Juli 2012. Ob und wann es dann Geld gibt, bleibt nur abzuwarten.

Was sich die Weezer wünschen, wurde in Arbeitsgruppen konkretisiert: eine Niersquerung etwa, die den Fluss besser an den Ortskern anbindet. "Diskutiert wurde auch die Möglichkeit, eine Promenade am Ufer zu schaffen", ergänzt Moll. Radfahrer — und das sind die meisten Weezer — wollen eine sicherere Wegeführung. "Insbesondere der Fährsteg und die Unterführung zum Sportplatz beziehungsweise zum Tierpark sind Schwachstellen", weiß der Bauamtschef.

Karl-Heinz Weyenberg, Abteilungsleiter Leichtathletik beim TSV Weeze, regt an, den beliebten 5x5-Kilometer-Staffellauf künftig im Ortskern starten zu lassen. Der Lauf erziele große öffentliche Aufmerksamkeit, die marketingmäßig besser genutzt werden nutzen könnte. Überhaupt, die Außenwirkung: An der Wasserstraße und am Alten Markt hat Weeze zahlreiche Gaststätten. Die sollten gemeinsam für sich werben, etwa auch am Flughafen, der Weeze viele Gäste zuführt, die den Weg nur selten bis in den Ort finden.

Unterm Strich soll Weeze ländlich und gemütlich bleiben, aber einen lebhafteren Ortskern bekommen, der stärker zum Verweilen einlädt. Das geht nicht nur durch Geschäfte und Lokale, sondern auch über Kunst im öffentlichen Raum und schöne Plätze.

(RP)
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