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Maskenpflicht in Bus und Bahn: Niag möchte Kontrolle durch Ordnungsämter

Fahrer sollen Sünder melden : Maskenpflicht: Niag möchte Kontrolle durch Ordnungsämter

In Bus und Bahn soll bald ein Bußgeld für Maskensünder gelten. Nach dem Übergriff auf einen Fahrer in Weeze befürchtet mancher, dass sich solche Vorfälle häufen könnten.

Der Vorfall hatte für viel Aufsehen gesorgt. Ein Busfahrer hatte zwei Männer am Hotel am Flughafen nicht in den Bus gelassen, weil sie abgelaufene Fahrschiene hatten. Die beiden waren daraufhin ausgerastet und hatten erst den Bus und dann sogar den Fahrer mit Steinen beworfen. Die Täter sind flüchtig, man fahnde mit Hochdruck nach ihnen, sagt die Polizei.

Dem Fahrer gehe es wieder gut, er sei inzwischen wieder im Einsatz und auch der Bus könne weiterhin fahren, erläutert Michael Block, Sprecher der Niag.

Der Vorfall sei auch extrem gewesen und ein Einzelfall. Gleichwohl stellt sich die Frage, ob sich der Ärger mit renitenten Fahrgästen nicht verstärkt, wenn die Fahrer künftig die Maskenpflicht durchsetzen sollen. Wie berichtet, sollen Fahrgäste ohne Maske ab der kommenden Woche 150 Euro Bußgeld zahlen und Bus oder Bahn verlassen müssen.

Die Umsetzung sei gar nicht so einfach, so Block. Schließlich gebe es auf der einen Seite die Maskenpflicht und auf der anderen die Pflicht zur Beförderung. Beides müsse man im Auge halten. Bereits jetzt gebe es schon Fälle, bei denen man Fahrgäste des Busses verweise, weil sie den Frieden stören. Man sei da immer in einem Zweispalt und würde im Zweifel die Leitstelle informieren.

„Allerdings können unsere Fahrer die Maskenpflicht natürlich nicht so durchsetzen wie die Ordnungsbehörden. Sie appellieren zunächst – manchmal auch deutlich – an die Solidarität unserer Fahrgäste untereinander. Im Streitfall die Ordnungsbehörden zu rufen, liegt im Ermessen der Fahrerinnen und Fahrer“, erläutert Block.

Die Niag fordert ihre Fahrgäste nachdrücklich dazu auf, in den Bussen und an den Haltestellen die Corona-bedingten Verhaltensvorgaben der Behörden in dieser Ausnahmesituation unbedingt einzuhalten. Auf den Monitoren im Bus und teilweise auch mit Durchsagen weisen sie auf diese Pflicht hin. Es gab in den vergangenen Wochen auf verschiedenen Buslinien Kontrollen durch die jeweiligen Ordnungsbehörden.

Maskenpflicht gibt es auch im Zug, auch hier soll konsequenter durchgegriffen und ein Bußgeld verhängt werden. Bislang hielten sich die Verstöße gegen die Maskenpflicht im Rahmen, so Stephanie Nölke, Sprecherin der Nordwestbahn, die unter anderem auch den Niersexpress betreibt. Im Zug gebe es immer mal wieder Probleme mit pöbelnden Fahrgästen, die unzufrieden sind, weil der Zug unpünktlich kommt. Sie geht momentan nicht davon aus, dass sich das erhöhen wird, wenn verstärkt bei der Maskenpflicht durchgegriffen wird. Ohnehin versuche man solche Dinge zunächst einmal im Dialog zu regeln.

Es sei auch durchaus möglich, dass die Kontrolleure das Strafgeld selbst einziehen. Dann müsste das allerdings über die Beförderungsbedingungen geregelt werden. In Zügen der Nordwestbahn im Raum Osnabrück etwa gilt ein Alkoholverbot. Wer dagegen verstößt, muss 40 Euro zahlen. Auch dieses Geld kann der Kontrolleur kassieren. Hier handle es sich allerdings nicht um ein Bußgeld. Das dürften nur Behörden eintreiben.