Mario Maaßen soll Bürgermeister-Stellvertreter in Kevelaer werden

Politik in Kevelaer : Neuer Anlauf beim Stellvertreter-Posten

Überraschende Entwicklung: Michael Kamps, der bei der Wahl zum stellvertretenden Bürgermeister durchgefallen war, verzichtete jetzt auf die Nominierung. Die CDU schlägt daraufhin Mario Maaßen vor. Der Rat entscheidet.

Man kennt das ja vom Domino. Wenn da erst einmal ein Stein zu kippen beginnt, löst das eine Kettenreaktion aus. Eben für einen solchen Effekt hat Brigitte Middeldorf gesorgt. Wie berichtet, war die frühere SPD-Ratsfrau aus der Partei ausgetreten und hatte jetzt auch ihr Amt als stellvertretende Bürgermeisterin zur Verfügung gestellt.

Damit wurde es eng: Eigentlich gibt es nämlich drei Stellvertreter. Ein Posten ist schon lange vakant, seit CDU-Kandidat Michael Kamps keine Mehrheit bekam. Mit dem Abschied von Frau Middeldorf blieb nur noch Johann-Peter van Ballegooy (KBV) als stellvertretender Bürgermeister übrig. Einer, der quasi die Aufgaben von drei Leuten übernehmen muss. Eine hohe Belastung. Daraufhin ist Bewegung in die CDU gekommen. Michael Kamps hat der Fraktion erklärt, dass er bereit ist, auf seine Nominierung zu verzichten. Er machte damit den Weg für eine Neuwahl des Stellvertreter-Kandidaten in der CDU frei. Mit Mehrheit setzte sich dabei Mario Maaßen durch. Er war von Michael Kamps vorgeschlagen worden. „Mario Maaßen ist ein sehr geeigneter Kandidat“, sagt CDU-Fraktions-Chef Paul Schaffers. Auch wenn er noch nicht mit den anderen Parteien im Rat gesprochen habe, gehe er davon aus, dass Mario Maaßen ohne Probleme im Rat durchgeht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er abgelehnt wird“, sagt Schaffers. Er sei froh, dass es zu dieser Entwicklung gekommen sei. Das sei eine Entscheidung, die allen helfe. Anerkennung zollt er Michael Kamps für den Schritt, auf die Nominierung zu verzichten. „Er war von uns aufgestellt worden. Daran hatte sich nichts geändert, also musste auch er sagen: Ich ziehe zurück.“

Mario Maaßen soll stellvertretender Bürgermeister werden. Foto: ja/CDU

Auch die SPD hat jetzt einen Kandidaten für die Nachfolge von Brigitte Middeldorf nominiert: Norbert Baumann wurde einstimmig am Montag von der SPD-Fraktion zum Kandidaten bestimmt. „Norbert Baumann ist langjähriger Förderschullehrer und als solcher bestens vertraut mit der Gesamtthematik der Inklusion“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Blumenkemper.

Die Entwicklung freut den Bürgermeister. „Ich habe fast nicht mehr damit gerechnet, dass wir bis zum Ende der Wahlzeit wieder auf drei Stellvertreter kommen. Aber wenn es Wunder gibt, dann eben in Kevelaer“, sagt Dominik Pichler. Er geht davon aus, dass beide Kandidaten glatt durchlaufen. Kamps sei nicht unumstritten gewesen, dass sei bei den beiden Kandidaten jetzt anders. Sie würden allseits akzeptiert, so Pichler. „Ich freue mich, wenn wir dann wieder komplett sind. Wenn man nur zwei oder sogar einen Vertreter hat, wird es bei den zahlreichen Terminen eng.“ Der stellvertretende Bürgermeister vertritt den hauptamtlichen Bürgermeister bei repräsentativen Terminen. Die Wahl für beide Stellvertreterposten erfolgt im Rat am Donnerstag, 10. Oktober.

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