Kevelaer: Maria kommt künstlerisch groß raus

Kevelaer : Maria kommt künstlerisch groß raus

Vier Abende stehen demnächst in der Basilika unter dem Motto "Trostmomente". Das Planungsteam setzt auf sinnliches Erleben. Am ersten Abend spielt ein riesiges Gemälde der Künstlerin Bettina Hachmann eine Hauptrolle.

Das Gemälde ist riesig. Die Künstlerin kniet davor und arbeitet weiter. Für den ersten Abend der Trostmomente wird das Gemälde zum Vorhang. "Der Gedanke ist, dass man den Schutzmantel der Consulatrix afflictorum durchschreiten darf", sagt Elke Kleuren-Schryvers über den Einstieg in die Serie der Trostmomente in der Basilika in Kevelaer.

Das Wallfahrtsjubiläum war der Impuls für diese Serie von vier unterschiedlichen Abenden unter der Überschrift "Trostmomente in der Marien-Basilika Kevelaer". Elke Kleuren-Schryvers gehört zum Vorbereitungsteam, wie auch Künstlerin Bettina Hachmann. "Ich habe Maria wirklich Ehre getan. Den ganzen Tag habe ich vor ihr auf den Knien gearbeitet. Obwohl ich nicht glaube, dass sie das von uns erwartet", sagt sie. Aber was hat uns Maria heute zu sagen? Diese Frage trieb die Frauen bei den Vorbereitungen der Trostmomente um. Es gehe nicht darum, Maria auf ein Podest zu stellen, betont Elke Kleuren-Schryvers. "Spiritualität, aber mit beiden Beinen auf den Boden stehend", beschreibt es Heike Waldor-Schäfer. Bei allen vier Abenden wird es auch um sinnliche Erfahrung gehen. Nicht nur das Gehör und die Augen, auch der Geruchssinn wird angesprochen werden. Für die Musik zeichnet Elmar Lehnen verantwortlich. "Der Basilika-Organist wird uns mit einem Klangteppich ummanteln", sagt eine der Frauen. "Provokative Staun-Momente", verspricht Elke Kleuren-Schryvers .

Zurück zu Bettina Hachmann: Für sie als Nicht-Kevelaererin sei es etwas ganz Besonderes, in der Basilika zu sein. "Das war in der Gestaltung auch eine Herausforderung. Ich erlebe das als eine besondere Verantwortung." Die schlägt sich auch in ihre Arbeitsweise nieder. Die Farben der Basilika tauchen in ihrem Werk auf. Normalerweise arbeite sie sehr farbreduziert und abstrakt. "Aber mit meiner Farblosigkeit wurde ich dieser Frau nicht gerecht", sagt sie über Maria, die Gottesmutter. Bettina Hachmann ist selbst Mutter. Die Frage, wie begegne sie als vierfache Mutter und Künstlerin der Person Maria, habe sie sehr beschäftigt, ihr sogar schlaflose Nächte bereitet.

Was alle im Team verbindet, sei die große Ehrfurcht, mit der man sich der Aufgabe, Trostmomente zu schaffen, genähert habe. Die Abende sind übrigens offen für alle, nicht nur für Katholiken. "Trost braucht jeder", sagt Kaplan Christoph Schwerhoff. "Was alle eint, ist die Suche nach Geborgenheit, das Mütterliche im Leben. Das ist Maria", sagt Heike Waldor-Schäfer. Bettina Hachmann betont noch einmal, dass man sich bewusst für den Titel Trostmomente entschieden habe und nicht für "Marienmomente", weil Trost vor allem eines ist: religionsfrei. Die Abende sollen Trostmomente bieten, für alle.

(RP)