Mann bedroht in Kevelaer Seniorin mit Messer

Kriminalität in Kevelaer : Mann bedroht Seniorin mit Messer

In Kevelaer wird nach einem Mann gefahndet, der für zwei Überfälle mit dem Messer verantwortlich sein soll.

Zwei Frauen aus Düsseldorf und Windeck waren eigentlich nach Kevelaer gekommen, um hier Besinnung zu finden und Zeit für das Gebet zu haben. Statt dessen wurden sie Opfer von einem Raubüberfall, ausgerechnet am Kreuzweg.

Wie die Polizei berichtet, besuchten die beiden am Mittwoch gegen 17 Uhr den Kreuzweg zwischen Klostergarten und Twistedener Straße. Als die 36- und 77-jährigen Pilgerinnen die zweite Station des Kreuzwegs erreichten, kam den Frauen ein junger Mann entgegen. Der etwa 20 bis 25 Jahre alte Unbekannte schob ein Fahrrad und ging auf die Frauen zu. Er sprach sie an und fragte, ob sie ihm nicht zehn Euro geben könnten. Er bräuchte das Geld, um sich eine Fahrkarte zu kaufen. Nachdem die Frau dem Unbekannten daraufhin einen Euro gegeben hatte, entfernte dieser sich auf dem Kreuzweg in Richtung Klostergarten.

Völlig unvermittelt kehrte der Mann allerdings plötzlich zurück. Jetzt hatte er ein Messer in der Hand, mit dem er die beiden Frauen bedrohte. Er wolle mehr Geld, sagte er.  Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, stieß er die 77-Jährige zu Boden und entriss ihr die Handtasche. Dann machte er sich aus dem Staub.

Die Frauen verständigten die Polizei. Doch trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung fehlt bislang von dem Räuber jede Spur. Er wird als schlank beschrieben und soll 1,70 bis 1,75  Meter groß sein. Er war hell gekleidet und trug eine schwarze Baseballkappe.

Da die Beschreibung haargenau auf einen Mann passt, der am Dienstag ebenfalls an dieser Stelle einen jungen Mann überfallen hatte, geht die Polizei davon aus, dass der Unbekannte für beide Vorfälle verantwortlich ist. Am Dienstag hatte der Unbekannte, wie berichtet,  von einem 19-Jährigen Geld verlangt. In diesem Fall hatte der Mann gedroht, ein Messer zu ziehen. Der Jugendliche hatte daraufhin seine Geldbörse herausgegeben.

„Die Kleidung war in den Beschreibungen der Opfer identisch, wir gehen daher davon aus, dass der Mann für beide Taten verantwortlich ist“, sagt Ingo Schankweiler von der Polizeispressestelle.

Die Vorfälle würden den Beamten durchaus Sorgen machen. Die Bürger sollten vorsichtig sein. Die Taten hätten auch eine andere Qualität als Trickbetrügereien und Kupferdiebstähle, die sich zuletzt in Kevelaer gehäuft hatten. Auch dass es sich beim Kreuzweg um einen Ort mit besonderer Bedeutung handelt, scheint den Täter nicht interessiert zu haben. „Wir ermitteln hier in verschiedene Richtungen, auch ob der Täter vielleicht gar nicht aus der Stadt stammt. Schließlich hatte er ja um Geld für eine Fahrkarte gebeten.“

Die Polizei sucht jetzt dringend nach Zeugen und hofft, dass jemand die Flucht beobachtet hat. Wer den Mann am Dienstag oder Mittwoch gesehen hat, sollte sich an die Kriminalpolizei in Goch wenden,  die für den Fall zuständig ist. Die Kripo ist dort unter der Telefonnummer 02823 1080 zu erreichen.

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