Lukas Teneyken aus Winnekendonk nahm am Förderprogramm des Handwerks teil

Lukas Teneyken aus Winnekendonk : Als Handwerker nach La Réunion

Lukas Teneyken aus Winnekendonk war für drei Wochen auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Möglich wurde das durch ein Förderprogramm. Der Abiturient wird Zimmerer und erklärt, was Beruf und Ausbildung alles bieten.

30 Grad, Sonne und Meeresrauschen statt Nieselregen und Kapuzenwetter. Lukas Teneyken konnte in diesem Winter in kurzer Hose herumlaufen, während andere zu Handschuhen und Mütze griffen. Zumindest drei Wochen lang befand sich der 19-Jährige mitten in der Traumkulisse der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Möglich war das durch ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Forschung und Bildung.

Eigentlich steckt der Winnekendonker mitten in der Ausbildung zum Zimmerer. Er arbeitet bei Kraemer Dach&Holz in seinem Heimatort. Im August habe er dann von der Möglichkeit erfahren, an einem beruflichen Austauschprogramm teilzunehmen. „Mir war von der ersten Sekunde klar: Ich bewerbe mich“, sagt der 19-Jährige. Auch die elf Stunden Flug waren für ihn kein Hinderungsgrund. Insgesamt drei Bildungszentren des Baugewerbes, Lukas besucht das in Krefeld, nahmen an dem Programm teil und schickten nach einem Auswahlverfahren zehn angehende Handwerker auf die Reise. Wer dabei sein wollte, gab ein offizielles Bewerbungsschreiben ab. „Mir war klar, dass die Insel verlockend schön ist. Aber mir ging es auch darum, die Kultur und Arbeitsweise kennenzulernen. Ich wollte wissen: Wie sind die Menschen da so drauf?“, fasst der Winnekendonker seine Motivation zusammen. Denn die Reise sollte kein Urlaub sein, es wurde gearbeitet. Auf jeden Fall anders gearbeitet als in Deutschland, wie der 19-Jährige schnell feststellte. „Es wird viel mehr diskutiert“, nennt er einen Unterschied. Wenn er morgens zur Arbeit in Winnekendonk geht, steht der Plan fest und jeder weiß, was er wo zu tun hat. Auf der Insel war das anders. Weil Französisch die Amtssprache ist, musste der Winnekendonker sich oft mit Händen und Füßen verständlich machen. Das sei unter Handwerkern aber eher weniger ein Problem. Die Handgriffe sind überall die gleichen. Außerdem hatte seine Zimmerer-Azubi-Kollegin aus Deutschland, die beim Austauschprogramm mit dabei war, Französisch im Abitur.

Auch Lukas Teneyken hat erst sein Abitur am Kevelaerer Gymnasium absolviert, ehe er den Schritt ins Handwerk machte. „Ungewöhnlich, ja, tatsächlich“, sagt er. Er hat seinem Großvater Mathias Teneyken viel über die Schulter geschaut, der Schreiner und Maurermeister ist. Die Vorliebe für Holz konnte er zusätzlich bei Ferienjobs im Unternehmen Kraemer ausleben. „Meine Chefin Andrea Kraemer war total begeistert, als ich sagte, ich mache die Ausbildung im Unternehmen.“

Das Handwerk ist für ihn alles andere als eine Einbahnstraße. Nach der Ausbildung kann er seinen Meister machen oder noch studieren. Die Ausbildung sieht er als gute Grundlage.

Den Spruch, dass das Handwerk einen goldenen Boden hat, den habe er auch schon gehört. Die Reise auf die Insel im Indischen Ozean hat ihm aber auch gezeigt, dass das Handwerk viele Überraschungen bietet. In den drei Wochen hatten er und seine Azubi-Kollegen an den Wochenenden Zeit, sich ein wenig in der fremden Umgebung umzusehen. Sie waren zum Beispiel am Wasserfall schwimmen (am Strand vor der Haustür herrschte Haialarm) oder es ging zum Tauchen in die Korallenriffe. „Die Reise war ein einmaliges Erlebnis. Diese Bilder nimmt einem keiner mehr“, sagt Lukas Teneyken. „Ich glaube, wenn jetzt einige vor der Berufsentscheidung stehen, dann ist das doch verlockend“, sagt der Winnekendonker über die Extras, die das Handwerk bietet.