Lauter Applaus Wer will denn schon perfekt sein?

Kevelaer · Literaturaufführung des Gymnasiums Kevelaer im Konzert- und Bühnenhaus zieht viele Besucher an. Die jungen Schauspieler bekommen viel Beifall vom Publikum.

 Die Jugendlichen des Literaturkurses haben die einzelnen Szenen selbst geschrieben und auf die Bühne gebracht.

Die Jugendlichen des Literaturkurses haben die einzelnen Szenen selbst geschrieben und auf die Bühne gebracht.

Foto: Norbert Prümen

Eine lange Schlange wartet vor den noch geschlossenen Türen des Konzert- und Bühnenhauses in Kevelaer. Alle sind gekommen, um sich die Aufführung des Literaturkurses der Q1 des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums anzusehen.

Die Karten wurden zuvor in der Pausenhalle des Gymnasiums und bei der Bücherstube Aengenheyster verkauft. „Wir hätten nicht gedacht, dass so viele Zuschauer kommen“, so Katrin Boland, die Beratungslehrerin dieses Kurses. Mit Programmheften auf den Sitzen wird das Publikum durch den Abend geleitet. Grundsätzlich ist die Aufführung eine szenische Collage, bei der verschiedene Szenen ohne Zusammenhang zu einem großen Oberthema präsentiert werden. Dabei stellte sich der Kurs die Frage, was perfekt sein überhaupt ist und, wie es der Titel schon verrät, wer überhaupt perfekt sein will. „Wir wollten, dass sich möglichst viele Leute bei dem Thema angesprochen fühlen“, erzählt Louisa Simons, eine Schülerin des Kurses. Das Stück ist wie eine Art Selbsthilfegruppe aufgebaut, in der nach und nach die Schauspieler aus dem Publikum nach vorne treten, um die persönliche Geschichte ihrer Figur zu erzählen.

Alle Szenen wurden dabei von den Jugendlichen selbst geschrieben, geplant und schließlich auch umgesetzt. „Wir haben uns für das Thema der Perfektion entschieden, da es gerade durch Social Media immer präsenter wird“, so Simons.

Musik spielt in dem Stück eine wichtige Rolle. Mit schönen Darbietungen des Lieds „Perfect“ von Ed Sheeran und einem Medley der Songs „A Million Dreams“ und „Never Enough“ aus dem Film „Greatest Showman“ am Klavier blieb die ein oder andere Gänsehaut bei dem Publikum nicht aus. Zudem überzeugte der Literaturkurs mit Gesangstalenten, die nicht nur bekannte Songs sangen, sondern auch ihr selbstgeschriebenes Lied „Time to be me“.

Neben den Musikstücken beinhaltet das Stück kurze szenische Darbietungen, ein Schattentheater, einen Poetry Slam und Tänze, die ebenfalls von den Schülerinnen und Schülern selbst choreografiert worden sind. Jeder Teil der szenischen Collage hat dabei eine tiefgründige Message, wie zum Beispiel, dass das Leben trotz negativen Ereignissen schön sein kann oder dass man Menschen nicht nach ihrem Aussehen beurteilen sollte. „Ihr habt uns allen den Spiegel vorgehalten“, so Christina Diehr, Schulleiterin des KvGG.

Die Darbietung des Kurses brachte jede Menge Emotionen beim Publikum hervor. Neben Tränen und Gänsehaut wurde auch viel gelacht, besonders bei einer Parodie der Fernsehsendung „Germany´s Next Topmodel“. „Die Proben waren teilweise etwas chaotisch und gerade, weil wir erst am Donnerstag und Freitag vor der Aufführung im Bühnenhaus proben konnten, wurde alles dann noch etwas stressig“, erzählt Louisa Simons, „Doch der Stress hat sich definitiv gelohnt, denn wir sind stolz auf das, was wir auf die Beine gestellt haben.“

Unter lautem Applaus des Publikums verbeugten sich die Schülerinnen und Schüler sichtlich erleichtert. „Bei mir sind Tränen der Rührung geflossen. Ich bin sehr stolz“, erzählt Katrin Boland. Der diesjährige Literaturkurs hat es definitiv geschafft, dem Publikum die Augen zu öffnen und ihm zu zeigen, dass perfekt sein immer im Auge des Betrachters liegt. Man sollte sich so lieben, wie man ist, und das Leben so nehmen, wie es kommt. Mit dieser erfrischenden Botschaft schaffte es der Kurs des KvGG, jeden im Bühnenhaus mitzureißen.

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