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Kevelaer: Lena will's nochmal wissen

Kevelaer : Lena will's nochmal wissen

Lena Hanenberg aus Wetten wurde vor drei Jahren fast zu Deutschlands nächstem Superstar. Nun will sie das Abitur machen, mit ihrer Band spielen und noch einmal berühmt werden – mit eigenen Songs.

Lena Hanenberg aus Wetten wurde vor drei Jahren fast zu Deutschlands nächstem Superstar. Nun will sie das Abitur machen, mit ihrer Band spielen und noch einmal berühmt werden — mit eigenen Songs.

Das Mädchen, das fast ein Superstar war, schält die Mandarine auch nicht anders. Sie zupft genauso an ihrem T-Shirt wie ihre Freundin, und die Hose rutscht ständig. Die 19-jährige Lena Hanenberg gehört zur Abi-Band des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums und wie jeden Mittwoch trifft sie sich mit den anderen in der Schule, um zu proben. Lena Hanenberg ist nicht stärker geschminkt, sie redet nicht mehr, sie macht nicht mehr Faxen als die anderen. Dass sie fast ein Superstar war, hört man höchstens an ihrer Stimme.

Der 21. Januar 2006 war der Tag, an dem das Schicksal zu Lena Hanenberg sagte: "Ätsch, du wirst doch kein Superstar." Es war die dritte Mottoshow bei Deutschland sucht den Superstar, Lena und ihr Konkurrent Daniel standen auf der Bühne. Dann sagte Moderatorin Tooske Ragas: "Daniel, du bist weiter." Lena hatte bereits nach ihrem Auftritt geahnt, dass sie rausfliegt. Sie heulte den ganzen Abend, musste noch mal in die Maske. Als sie dann nach vorne auf die Bühne trat, war sie bereits wieder gefasst.

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In Villa gezogen

Damit ging eine Zeit zu Ende, in der sie am Superstar-Dasein schnupperte. Zum Spaß hatte sich die damals 15-Jährige angemeldet, kam durchs erste Casting, den Recall, zwei Mottoshows, zog mit neun Kandidaten in die DSDS-Villa ein, gab Interviews. Danach ging es zurück in den Alltag, zurück in die zehnte Klasse des Gymnasiums in Kevelaer. Wenn Lenas Freundinnen in diesen ersten Wochen nach ihr gesucht haben, mussten sie einfach nach der größten Menschentraube auf dem Schulhof suchen.

Der Alltag hat die 19-Jährige längst wieder. Sie ist in der 13. Klasse. Wann sie das letzte Mal ein Autogramm gegeben hat, weiß sie nicht. Jeden Samstag trifft sie sich mit ihrer Band Panty Liners zum Proben, die Auftritte sind weniger geworden. Wenn sich Lena an die Superstarzeit erinnern will, muss sie einfach in den Keller gehen. Dort hängen Poster und Autogrammkarten und die goldene Schallplatte, die sie wie alle Finalisten bekam, die sich an einem Album beteiligt hatten. Wenn sie mit den Fingern über das Glas wischt, klebt Staub an ihren Fingern.

Lena will nicht, dass das so bleibt. Dass die aufregendste Zeit ihres Lebens bereits hinter ihr liegt. "Ich habe Blut geleckt." Sie möchte noch mal berühmt werden. Diesmal mit eigenen Liedern. Sie ist Gesangsdozentin bei Pro MC Kevelaer und hat schon einige Texte geschrieben. Ein Lied heißt "Kein Liebeslied" und handelt davon, dass es so etwas wie Liebe nicht gibt. "Am Ende wird es aber netter." Der andere Plan: eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketing machen. Bei den Bewerbungen hat sie DSDS nicht erwähnt. Sie will es als Lena schaffen, nicht als Beinahe-Star.

Vielleicht ist die aufregendste Zeit ihres Lebens aber auch die, die gerade vor ihr liegt. Abitur, Abschied von der Kindheit, nochmal mit den Freunden zusammensein. Vielleicht ist es einfach die beste Sache der Welt, mit Leuten, die man mag, jeden Mittwoch Songs zu spielen, herumzualbern und Mandarinen zu schälen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: DSDS-Casting in Stuttgart

(RP)