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Late-Night-Shopping in Kevelaer kann verkaufsoffene Sonntage nicht ersetzen

Busmannstraße in Kevelaer lud zum Abendbummel : Abendeinkauf kann offene Sonntage nicht ersetzen

Das Late-Night-Shopping in der Busmannstraße kommt gut an. Doch manche Händler hätten gerne auch sonntags ihre Geschäfte in Kevelaer auf.

Es fängt ruhig an beim dritten „Late-Night-Shopping“ in Kevelaer. Sobald es aber langsam dunkel wird, kommen Dekoration und beleuchtete Geschäfte immer besser zur Geltung. Die Cocktailbar „Ambulanz“ und der Streetfood-Wagen tragen ebenfalls dazu bei, immer mehr Leute anzulocken. Auch im Corona-Jahr ist also „Busmanns-Spätschicht“, die in der dritten Auflage in „Late-Night-Shopping“ umbenannt wurde, noch in den Köpfen der Kevelaerer präsent. „Das Late-Night-Shopping ist schon eine feste Instanz am Freitag“, erläuterte „Stoffqult“-Inhaberin Sabine Toon.

Seit September öffnen die Geschäfte auf der Busmannstraße jeweils am ersten Freitag des Monats ihre Ladentüren ein paar Stunden länger. Auch im November und Dezember sind Termine angesetzt.

Der Freitag stand jetzt unter dem Motto „Herbstzauber“. „Für die Modeleute ist das Motto besonders interessant. Die können jetzt ihre Herbst- und Winterkollektionen vorstellen“, betonte Mitinitiatorin Anja Hummler vom „Schauplatz“. Zu den Modegeschäften gehört auch „Vrede“. „Es ist immer richtig schön voll beim Late Night Shopping. Die Stimmung ist nett und die Resonanz der Leute gut“, berichtete Inhaberin Johanna Ertmer.

Trotzdem können für die Händler diese Freitage nicht die gestrichenen verkaufsoffenen Sonntage vergessen lassen. „Das fängt nicht die weggefallenen Sonntage auf, das ist für den Einzelhandel ziemlich heftig“, so Sabine Toon. Auch der Fashion & Deko-Laden „Gustrau“ trauert diesen vier Tagen nach, selbst wenn Gabriele Gustrau erst seit dem 4. September in Kevelaer ist. Am zweiten Late-Night-Shopping-Termin feierte sie die Eröffnung. „Als Ersatz kann man die Freitage nicht wirklich sehen. Sie machen aber Hoffnung für die Zeit nach Corona“, erzählte Gabrielle Gustrau. Die Absage kann sie nicht verstehen: „Die Konkurrenz in den Niederlanden schläft ja nicht.“ Auch Johanna Ertmer bezeichnete das Hin und Her um die Sonntage als „verwirrend“. Sabine Toon lobte dafür die Unterstützung der Stadt: „In Kevelaer hat man als Händler Rückendeckung von der Verwaltung bekommen. Die Stadt hat viel Potenzial und ist auch gut geeignet um Hygienekonzepte aufzustellen und einzuhalten“.

Abstandhalten und Maske waren natürlich auch am Freitagabend Pflicht. Das sorgte aber für keine Probleme, selbst wenn „Tobias der Zauberer“ bei seinen Auftritten die Requisiten nicht den Zuschauern zur Überprüfung geben konnte. Das störte aber nicht, wie er sagte bei der „Ehre, den ersten historischen Herbstzauber in diesem Jahr zu sehen“.