Protest aus Winnekendonk Agrarpaket: Landwirte schreiben Brief an Umweltministerin

WINNEKENDONK/GELDERLAND · Arne Jordans hat mit Georg Biedemann aus Winnekendonk an Svenja Schulze geschrieben. Sie fordern, in den Dialog eingebunden zu werden.

 Die Bauern hatten in den vergangenen Wochen immer wieder gegen die Pläne protestiert.

Die Bauern hatten in den vergangenen Wochen immer wieder gegen die Pläne protestiert.

Foto: Sebastian Latzel

Georg Biedemann aus Winnekendonk gehörte mit zu den Sprechern der Landwirte, die in den vergangenen beiden Wochen mit Treckerkorsos in der Region gegen das geplante Agrarpaket der Bundesregierung protestiert haben. Am 14. November findet in Hamburg die Umweltministerkonferenz statt. Dabei stehen Themen auf der Tagesordnung, von denen die Landwirtschaft betroffen ist und die schon zu massiven Bauernprotesten geführt hat. Aus diesem Anlass hat Georg Biedemann zusammen mit Landwirt Arne Jordans einen Offenen Brief an Umweltministerin Svenja Schulze geschrieben. Man sehe sich veranlasst, den Gedanken so zum Ausdruck zu bringen.

Die Gesellschaft stehe vor großen Herausforderungen. Zum einen seies der Klimawandel, zum anderen das Artensterben und der Schutz der Ressourcen Wasser, Boden und Luft, so die beiden Bauern in dem Brief.

„In der Vergangenheit wurde für die Probleme in diesen Bereichen häufig die Landwirtschaft verantwortlich gemacht. Der Anteil der landwirtschaftlichen Fläche beträgt nur noch 50 Prozent. Der Anteil Wald ca 30 Prozent. Um eine Lösung zu erarbeiten ist es deswegen unerlässlich, die Landwirte und Waldbesitzer intensiv einzubinden. Gerade aber diese Gruppe fühlt sich ausgeschlossen. Dabei wäre es von sehr hohem Wert, die Fachkenntnisse dieser Berufsstände zu nutzen, um nachhaltige Ergebnisse zu erreichen.“ Es gebe beispielsweise bis heute keine wissenschaftlich belastbare Studie, dass die Landwirtschaft für einen Rückgang der Insektenpopulation verantwortlich sei. Insbesondere die Landwirtschaft sei aber auf Insekten angewiesen.

„Es ist unser ureigenes Interesse eine hohe Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern. Dazu müssen aber alle Bereiche analysiert werden wie beispielsweise Lichtverschmutzung oder Elektrosmog. Da wäre der Dialog auf allen Ebenen von herausragender Bedeutung. Nur einseitig die Schuld bei der Landwirtschaft zu suchen, führt unter Umständen zu weiteren Artensterben und Bauernsterben.“

So verhalte es sich auch um die Diskussion beim Trinkwasser, meinen Biedemann und Jordans. „Wir Landwirte haben uns immer Veränderungen angepasst und verwehren uns keineswegs dieses auch künftig zu tun. Aber dafür müssen alle Fakten auf den Tisch. Im Falle des Trinkwassers liegen uns Informationen vor, dass die nach Brüssel gemeldeten Daten fehlerhaft sind. Auch werden große Stickstofffrachten aus Kläranlagen in Gewässer eingeleitet. Diese Informationen liegen Ihnen und Ihrem eigenen Ministerium vor.“

Die Land- und Forstwirtschaft seien die einzigen Wirtschaftszweige sind die CO2 binden.

„Unsere Bitte ist es in den Dialog eingebunden zu werden und die Chance zu nutzen gemeinsam mit Ihnen die Zukunft zu gestalten.“

Um diesen Ideen Nachdruck zu verleihen wird am 14. November in Hamburg, anlässlich des Treffens der Umweltministerien eine Kundgebung stattfinden. Des Weiteren finden Proteste am 26. November in Berlin und in vielen deutschen Städten mit Landwirten und Schleppern statt.

Georg Biedemann und Arne Jordans rufen dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen.

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