Landpartie rund um Kevelaer mit vielen Künstlern

Kunst und Kultur rund um Kevelaer mit dem Rad erleben : Stimmungsvolle Landpartie

Bilderbuchwetter und tausende vergnügte Ausflügler genossen die vierte Auflage. Es gab Kunst, Kultur, Natur und Kulinarisches.

Machen wir eine Radtour oder gehen wir ins Museum? Besuchen wir ein Konzert oder doch lieber einen Workshop? Die Teilnehmer der vierten „Landpartie am Niederrhein“ am vergangenen Wochenende mussten sich nicht entscheiden, denn alles war möglich.

An 20 Orten in und um Kevelaer hatten Privathäuser, Ateliers und Werkstätten zwei Tage lang ihre Türen geöffnet und präsentierten Kunst, Kultur und Kulinarisches.

Auf dem Außengelände von Burg Kervenheim gab es für die Landpartie-Besucher unter anderem diese Fische von Brigitte Polfers zu entdecken. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Wo man auch einkehrte, überall parkten zahlreiche Fahrräder, saßen viele entspannte Ausflügler in den Gärten bei Kaffee und Kuchen oder sahen sich interessante Ausstellungen an.

Pure ländliche Idylle gab es zu genießen bei Anne und Ruben van Rennings, die vor fünf Jahren die 300 Jahre alte Kerkenkath zwischen Winnekendonk und Achterhoek erwarben. Den Weg zum Haus säumt ein Wildblumen-Streifen. Im naturnah gestalteten Garten genossen die Besucher Bio-Kaffee von der Rösterei „Kaffeehimmel“ aus Kevelaer. Im Haus gab es eine Ausstellung der Malerin Claudia von Wernsdorff aus Aachen zu besichtigen.

Die großformatigen Gemälde in Acryl und Pastellkreiden fesseln den Blick durch farbintensive Kompositionen. Hier und da Blüten, Blätter, schwebende, schemenhafte Landschaften. „Mein Thema sind Stimmungen“, sagt die Künstlerin und erläutert die Darstellung einer geheimnisvoll beleuchteten Waldlandschaft.

Gastgeberin Anne van Rennings ist mit Raphaele Feldbrügge aus Schravelen Initiatorin der Landpartie. An den beiden Tagen ist sie fast ohne Unterbrechung im Gespräch mit den Gästen. „Landpartie – das ist auch ein fröhliches Fest der Begegnung“, sagt sie. Das ist auch unter den Teilnehmern spürbar.

Unterwegs erkennen sie sich an den bunten Bändern, die sie sich an die Fahrradlenker gebunden haben. Die gleichen Bänder im Großformat sind an den Häusern der Gastgeber zu sehen.

Zum ersten Mal dabei war die Burg Kervenheim. Sie bot für das Konzept der Veranstaltung die perfekte Kulisse. Auf dem Burghof hatte sich eine ganze Reihe von Ausstellern versammelt.

Bei Margret Schiffer konnten große und kleine Besucher das Korbflechten lernen.

Hübsche Blumenarrangements in recycelten Gefäßen, die man auch noch bequem auf dem Rad transportieren konnte, entstanden in einem alten Bauwagen. Dorothee Rühlke zeigte dort, wie nützlich eine Erdnussdose oder ein Röhrchen, in dem einmal Vitamintabletten waren, sein kann.

Die Idee, dass Kervenheim auch einmal bei der Landpartie mitmachen sollte, hatte die Schmuckdesignerin Rita Skodek. Der Verein „Wir für Kervenheim“ war sofort dabei. „Wir möchten auch die Burg präsentieren und in den Mittelpunkt stellen“, sagte der Pressesprecher des Vereins, Bernd Wessels.

Die Besucher konnten auch die Innenräume der Burg besichtigen, und Hobby-Archäologe Bernhard Kibilka, hielt an beiden Tagen Bildvorträge zur Geschichte der Burg.

Nicht alle Landpartie-Fahrer waren auf dem Rad unterwegs. Eine beachtliche Anzahl kam auch mit dem Auto. So Marion Witt aus Kempen und Gitta Radtke aus Hinsbeck. Sie hatten rein zufällig das Info-Material bei einem Besuch von Schloss Moyland gefunden. „Man lernt ganz unbekannte Gegenden kennen, zum Beispiel waren wir noch nie auf Schloss Wissen“, sagten sie und regten an, die Vorinformationen auch über den Kreis Kleve hinaus zu verbreiten.

Familie Cloos aus Rheurdt hatte die Räder mit dem Auto bis Wissen transportiert und von dort die Rundfahrt begonnen. „Man sieht so viele schöne Sachen und ganz besondere Gärten“, sagt Ulrich Cloos begeistert. Zur Pause beim Naturhof Etzold in Winnekendonk hatten sie bereits fünf Stationen angefahren.

„Wir genießen die Landpartie“, sagt Gastgeberin Miriam Etzold und lobt besonders die gute Organisation durch Anne van Rennings und Raphaele Feldbrügge. Auf dem Gelände der Etzolds waren viele Aussteller zugegen.

Zum ersten Mal dabei war Siggi Dämkes aus Kempen. Auf der Wiese im Naturgarten zeigte er Objekte aus Metall, die er mit Schneidbrenner, Plasmaschneider und historischem Schweißgerät hergestellt hat. Geometrische Formen, Fische, Spiralen oder ein überdimensionaler Stuhl weckten das Interesse vieler Besucher.

Das lockige Wollkleid der Gotlandschafe ist das Lieblingsmaterial von Sandra und Mario Smeyts aus Issum, die diese Tiere auch züchten. Felle in silbergrau, beige und dunkelgrau gab es dort. Und man konnte zuschauen, wie Wolle gesponnen wird.

Von Langeweile: keine Spur. Es gab noch Vieles zu entdecken.

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