Landespolitikern besichtigte Projekte in Kevelaer.

NRW-Ministerin in Kevelaer : Ina Scharrenbach zu Gast auf der Hüls

Die NRW-Ministerin besuchte die Mensa des Schulzentrums und sah sich auf der Baustelle des Gradierwerks um. Die Politikerin zeigte sich überzeugt von den Projekten. Konkrete Zusagen für Förderungen gab es aber nicht.

Auf dem Teller landeten Currywurst mit Pommes. „Es ist nicht so, dass es das hier jeden Montag gibt“, sagte Peter Schönrock zu Ina Scharrenbach. Der Leiter des SOS-Kinderdorfs in Kevelaer hatte am Montag die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung zu Besuch. Scharrenbach schaute sich die Mensa des Schulzentrums an und die Baustelle auf der Hüls, wo Hotel, Gradierwerk und Solegarten entstehen. Und sie hatte nichts gegen Currywurst mit Pommes: „Sie müssen sich nicht entschuldigen“, sagte die Ministerin lachend. Schließlich gebe es noch eine Salatbar.

Pünktlich zur Mittagszeit kam die Ministerin in der Mensa an, in der Azubis des SOS-Kinderdorfs für die Kinder von Hauptschule, von Gesamtschule und Gymnasium kochen. „Montags ist immer Großkampftag“, sagte Schönrock. „Da gehen 700 Essen über die Theke.“ Zudem werde auch der Standort in Weeze beliefert. „Das Besondere ist, dass hier selbst gekocht wird“, sagte Dominik Pichler, Bürgermeister von Kevelaer. „Und das zu einem großen Teil aus heimischen Produkten.“ So kämen Obst und Gemüse von Bauer Lindchen in Uedem und vom Lebensmittelgroßhändler Chefs Culinar aus Weeze.

„Es braucht viel Mut, um sich für eine Küche mit frisch gekochtem Essen zu entscheiden und nicht für einen Caterer“, sagte die Ministerin. Die Einrichtung einer Küche mit Belieferung eines Caterers hätte die Stadt 300.000 Euro gekostet, sagte Sozialdezernent Marc Buchholz. „Die Küche für eine frische Zubereitung 600.000 Euro.“ Dafür spare man aber jährlich 120.000 Euro an Personalkosten, die das SOS-Kinderdorf trägt. Es sei also nur eine Frage der Zeit, bis sich das rechnet.

„Was mir gefällt, ist die Verbindung zu den Jugendlichen mit Behinderung, die dort eine Ausbildung machen“, sagte Ina Scharrenbach. Denn die Mensa ist auch Lehrküche für Azubis vom SOS-Kinderdorf. Fachpraktiker für Küche und Hauswirtschaft werden dort ausgebildet. Fast alle Mitarbeiter haben ein Handicap wie eine Lernschwäche – mal schwächer, mal stärker ausgeprägt. „Wir als Fördermittelgeber würden diese Projekte nicht unterstützen, wenn wir nicht davon überzeugt wären“, so die Ministerin. „Das ist eine Investition in die Zukunft.“

Damit meinte sie auch Hotel, Gradierwerk und Solegarten, die auf der Hüls entstehen. Dort überzeugte sie sich von dem Baufortschritt. Gerade das Gradierwerk, so erzählte Pichler der Ministerin, habe für Diskussionen gesorgt. Nicht alle Fraktionen seien von dem Projekt überzeugt. Scharrenbach hingegen schon: „Da verbinden sich Körper und Seele, das ist gut für das Wohlbefinden von innen heraus.“

Die Stadtvertreter nutzten den Besuch, um auch andere Projekte an die Ministerin heranzutragen. So sprach Sozialdezernent Marc Buchholz eine Erweiterung der Mensa an, die dann auch als Aula genutzt werden könnte. Dafür fehlten allerdings drei Millionen Euro. Insgesamt sollen von 2010 bis 2023 rund 17,3 Millionen Euro in das Schulzentrum fließen. Weitere rund fünf Millionen Euro sind für die Modernisierung des Standortes in Weeze vorgesehen. Ludger Holla vom Bauamt sprach an, dass die Wallfahrtsstadt in die NRW-Arbeitsgemeinschaft historischer Stadt- und Ortskerne aufgenommen werden wolle und dafür noch auf einen Gesprächstermin warte. Konkrete Zusagen gab es nicht, aber ein Gastgeschenk: „Das haben wir schon bekommen: die 100-prozentige Förderung vom Forum Pax Christi“, sagte Pichler.

Mehr von RP ONLINE