Kevelaer: Landart mit internationaler Kunst

Kevelaer : Landart mit internationaler Kunst

Das stetig wachsende Kunst-Event präsentierte in lauschiger Kulisse 21 Künstler aus ganz Europa.

Es war einfach nur ein rauschhaft schönes Erlebnis, die verschiedenen Stände und Präsentationsflächen der rund 21 Künstler bei der "Landart 2017" zu durchstöbern. Zum vierten Mal wurde das große Wochenend-Event abgehalten, bei dem sich Maler, Fotografen, Glasarbeiter, Schmiede und mehr aus ganz Deutschland und darüber hinaus trafen. Dabei waren das Haus und der Garten von Organisatorin Judith Schelbergen wieder ein absoluter Hingucker: "Hier laufen ja überall Hühner rum, da sind Baby-Kätzchen und es ist so wunderbar grün", fand Besucherin Marion Krahmer. "Das ist ja ein riesiges Anwesen, und wie viele verschiedene Aussteller es hier gibt, das ist einfach unglaublich."

In der Mitte des Gartens standen die schwebenden Gärten von Michael Sting aus Rees, große Gesteinsklumpen mit kleinen Bäumchen, die auf Pfählen standen. "Ich nenne sie 'Mikrokosmen, kleine Welten'! Etwa 2005 hatte ich nach einer Alternative für Blumentöpfe gesucht und bin auf Lava gekommen, da man mit der ja auch düngt. Ich brauchte drei Jahre, bis alles richtig funktioniert hat." Neben den schwebenden Grünoasen zeigte er auch Glasskulpturen, die wirkten, wie aus einem größeren Stück herausgebrochen. "Eigentlich habe ich 25 Jahre in einem Glasstudio gearbeitet, und dort habe ich nichts gemacht, was in diese Richtung ging, deshalb hat mich diese gröbere Form fasziniert." Seine Schwester Kiki Sting stellte ebenfalls ihre Objekte aus, gewundene Stäbe, die sich verschnörkelt um farbige Glaskugeln drehten und diese so in Position hielten: "Seit 2002 bin ich damit selbstständig, und ich war schon immer fasziniert von Metall. Wie das Feuer dieses Material gefügig und leicht zu bearbeiten macht. Da es meist seltener gemacht wird, mag ich es besonders gerne, es in organische Formen zu bringen."

Brillante Naturfotografien gab es am Stand von "Ela Art": Tautropfen in epischer Großaufnahme, und oft auf das Kleine fokussierte Motive. Diese zelebrierten den Mikrokosmos, den man sonst so wenig beachtet, in schwelgenden Aufnahmen, sogenannten Makrofotografien. Die Kevelaerer Künstlerin Raphaele Feldbrügge kennt sich nicht nur mit der Fotografie, sondern auch bei der "Landart" aus: "Ich hab' von Anfang an mitgemacht. Beim ersten Mal sprach Judith mich an, ob ich nicht die Werbung machen könnte. Jahr für Jahr wurde die Aktion immer größer. Das Grundstück ist ideal für so eine Präsentation." Organisatorin Judith Schelbergen sagte, dass "genau die 'Landart' auch mein persönlicher Traum war. Ich wollte eine Ausstellung organisieren, bei der sich Künstler wie Besucher wohlfühlen."

Dass die "Landart" wächst, merkte man auch am Begleitprogramm. Am Freitag gab es in der "Alten Feldscheune" einen Auftaktabend mit dem "Duo ComIdee" - Rainer Niersmann und Franz Heckens. Am Wochenende sorgte der Verein "Natur und Kultur im Achterhoek" mit Kaffee und Kuchen für das Wohl der vielen Besucher. "So viele Kunstrichtungen auf einmal habe ich noch nie gesehen", meinte der staunende Gast Ludwig Schwerte. "Hier muss man definitiv ein paar Stunden Zeiten mitbringen, um sich an all der Pracht richtig sattzusehen."

(cnk)