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Weeze: Lärmschutzzonen für Weezer Airport

Weeze : Lärmschutzzonen für Weezer Airport

Bei einer Lautstärke von über 70 Dezibel können Anwohner Geld für Lärmschutz an ihren Schlafzimmerfenstern verlangen. Aber nur, wenn der Pegel dauerhaft erreicht wird, meint der Flughafen. Die Bezirksregierung gibt Auskunft.

Lärmschutz war für den Flughafen Weeze schon immer ein Riesenthema. Jahrelang klagten Bürger im Einzugsbereich des Airport über die Lärmbelastung und wurden schließlich in großer Anzahl entschädigt. Der Verein "Stopp Laarbruch" überwacht bis heute insbesondere die Einhaltung der Flugzeiten. Nur besonders leise Flugzeuge dürfen am späten Abend landen, und immer wieder werden optimierte An- und Abflugrouten entwickelt. Jetzt hat die Landesregierung für Weeze eine Rechtsverordnung erlassen, wie es sie für die übrigen Verkehrsflughäfen in NRW längst gibt. Darin geht es um Schallschutz und Bauverbote rund um den Airport.

Foto: Seybert

Airport-Chef empfiehlt Anwohnern: Rat einholen bei der Bezirksregierung

Möglich, dass Winnekendonker, die bislang nicht aktiv geworden sind, jetzt prüfen, ob sie sich Lärmschutz für ihre Fenster nicht doch vom Flughafen bezahlen lassen können. Das glaubt Flughafen-Chef Ludger van Bebber eher nicht, empfiehlt aber, sich Rat bei der Bezirksregierung zu holen. Nach seinem Rechtsverständnis handele es sich im Fall Weeze um Einzelschallereignisse; da werde der Pegel anders berechnet als bei Dauerbeschallung oder einem stetigen Starten und Landen wie etwa in Frankfurt. Laut Ministerium bezieht das Fluglärmschutzgesetz alle heutigen Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung ein. In der Verordnung sind zwei Tagschutzzonen und eine Nachtschutzzone aufgeführt.

In der Tagschutzzone 1 ist der Flughafenbetreiber verpflichtet, die Kosten für Maßnahmen zum passiven Schallschutz — etwa Schallschutzfenster — zu tragen. In der Nachtschutzzone sind zusätzlich die Kosten für Belüftungseinrichtungen für Schlafräume zu erstatten. In der Tagschutzzone 2 geht es um künftige Gebäude — die müssen bestimmten Schallschutz-Standards genügen. Rund um den Airport leben jedoch nur wenig Menschen, und im Außenbereich jenseits der mehrere Kilometer entfernten Ortsteile von Weeze und Kevelaer kann sowieso kaum gebaut werden.

Betroffene können Ansprüche anmelden

Immerhin reicht die Nachtschutzzone sehr nah an den Norden von Kevelaer heran, Winnekendonk ist laut Übersichtskarte des Landesamts für Natur und Umwelt zum großen Teil betroffen. Ludger Holla, zuständig für die Stadtplanung in Kevelaer, weiß, dass er die Schutzzonen bei künftigen Bauvorhaben berücksichtigen muss. "Für bestehende Häuser gibt es aber viele Ausnahmen." Dennoch schreibt die Pressestelle des Ministeriums: Dass nun auch am Niederrhein Lärmschutzzonen ausgewiesen würden, sei "für den Gesundheitsschutz der umliegenden Bevölkerung von erheblicher Bedeutung. Fluglärm kann insbesondere zur Nachtzeit negative gesundheitliche Folgen für Blutdruck und das Herz-Kreislauf-System haben."

Das wiesen wissenschaftliche Studien nach. Die Ansprüche auf Schallschutz entstehen zunächst für die Eigentümer, die einem Schallpegel von 70 Dezibel am Tag, das entspricht der Lautstärke eines Rasenmähers, und 60 Dezibel nachts, so laut wie eine Nähmaschine, ausgesetzt sind. Die Betroffenen können sich bei der Bezirksregierung (Dezernat 35) melden, um eventuelle Ansprüche anzumelden.

Eine Übersichtskarte ist im Internet unter www.recht.nrw.de zu finden, Kontakt zum Umweltministerium über www.umwelt.nrw.de

(RP)