Künstlerische Platten für die neugestaltete Hauptstraße in Kevelaer

Innenstadtgestaltung in Kevelaer : Motivplatten für die Hauptstraße

Die Geschäftsstraße in der City ist neu gestaltet worden. Die Arbeiten sind so gut wie beendet. Mancher wundert sich über die freien grauen Flächen. Die sollen noch besonders gestaltet werden. Alles soll barrierefrei bleiben.

Die Sanierung der Hauptstraße ist ein Projekt, das derzeit besonders im Fokus steht und von der Bevölkerung aufmerksam verfolgt wird. Wie mehrfach berichtet, wird die Einkaufsstraße zwischen Kapellenplatz und Roermonderplatz komplett neu gestaltet. Der zweite Abschnitt steht jetzt kurz vor der Fertigstellung.

Zur Neugestaltung gehört auch ein Beschluss des Rates, in die Hauptstraße Motivplatten mit Texten oder Bildern zu Kevelaer-Themen zu integrieren. Die Verwaltung hatte die Bevölkerung dazu aufgerufen, entsprechende Vorschläge für Motive einzureichen. Die Resonanz war groß. Knapp 50 Vorschläge gingen ein, das Spektrum war breit, es reichte vom Marienbild über die Motorradwallfahrt und den Papstbesuch bis zum Heißluftballon oder spielenden Kindern.

Eine Jury sah sich die Vorschläge an und verwarf den Großteil, was seinerzeit zu Kritik durch Willi Gerads (FDP) im Ausschuss für Stadtentwicklung geführt hatte. Bürgermeister Dominik Pichler hatte daraufhin erläutert, dass die Jury gezwungen gewesen sei, eine Vorauswahl zu treffen. „Wir haben schließlich nicht 60 oder 80 Platten zur Verfügung.“ Zudem habe sich die Jury, zu der auch der Bürgermeister gehörte, entschieden, Motive aufzunehmen, die einen kurzfristigen Aktualitätsbezug haben und in einigen Jahrzehnten überholt sein könnten. Zudem müssten die Tafeln selbsterklärend sein und könnten aufgrund des Materials nicht zu detailreich werden.

Anliegen war auch, dass die Motive übergreifend sind und deutlich wird, dass Kevelaer als Wallfahrtstadt Teil eines Netzwerkes ist. Daher sollen in den Platten jetzt die Beziehungen Kevelaers in die Welt abgebildet werden. Elf Platten sollen die zehn größten Wallfahrtsorte symbolisieren, hinzu kommt Luxemburg als Ursprung der Kevelaerer Wallfahrt. Alle Platten sollen mit dem stilisierten Madonnen-Emblem versehen werden. Bildhafte Darstellungen aus den einzelnen Städten hätten keinen Wiedererkennungswert, so die Jury. Zusätzlich soll es eine größere Platte am Übergang zum Roermonder Platz geben. Hier sollen alle Ortsteile von Kevelaer mit ihren Wappen dargestellt werden.

In der politischen Diskussion war auch die Frage aufgekommen, ob denn die Motivplatten auch barrierefrei seien. Schließlich war es Sinn der Umgestaltung gewesen, dass die Straße auch für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren problemlos zu passieren sein soll. „Wir werden eine Lösung finden, die der Barrierefreiheit nicht entgegensteht“, erläutert Sandra Kimm-Hamacher von der Stadtverwaltung. Die Motive würden in die Platten eingelassen und nicht oben draufgesetzt, man werde darauf achten, dass sie kein Hindernis darstellen.

Die Platten für die Hauptstraße sollen später von einem Künstler gestaltet werden. Der Prozess dazu läuft.

Wann die Motive in die grauen Flächen eingelassen werden, ist derzeit noch offen. Es wird aber wohl noch einige Zeit dauern.

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