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Kristina Labs aus Rees hat ihre Masterarbeit über die Wallfahrt Kevelaer geschrieben

Kirche in Kevelaer : Auf den Spuren der Kevelaerer Wallfahrt

Kristina Labs hat ihre Masterarbeit über die Anrufung von Maria als Fürsprecherin geschrieben. Als Beispiel dafür hat sie das Pilgern nach Kevelaer gewählt. Die junge Frau hat sich selbst schon oft auf den Weg in die Marienstadt gemacht.

Noch ist Kristina Labs hin- und hergerissen. Regelmäßig ist die junge Frau mit der Bocholter Gruppe nach Kevelaer gepilgert. Jetzt arbeitet sie als Pastoralassistentin in Rees und überlegt, ob sie sich dann nicht diesmal mit den Reesern auf den Weg in die Marienstadt machen soll. „Ich überleg da noch“, sagt sie. Fest steht aber, dass sie auf jeden Fall wieder auf Wallfahrt gehen wird. Denn der Gang nach Kevelaer hat eine besondere Bedeutung für sie. Viele Male hat sie sich auf den Weg gemacht und hat die Wallfahrt sogar wissenschaftlich für ihre Masterarbeit unter die Lupe genommen.

Die Anrufung der Gottesmutter als Fürsprecherin hat sie in den Fokus ihrer Arbeit gestellt und das Thema am Beispiel der Kevelaer-Wallfahrt untersucht. Dabei hat sie Praxis und Theorie verbunden. Sie hat Pilger befragt, warum sie sich auf den Weg machen, welche Rolle Maria für sie spielt. Sie sei Vorbild im Glauben, sie spende Kraft. Über die Rolle als Mutter habe man einen sehr persönlichen Zugang zu ihr, waren die Antworten. Für die Jüngeren sei es vor allem der Gemeinschaftsaspekt, der den Reiz der Wallfahrt ausmache. Auch den „Sportlichen Aspekt“ hatte Kristina Labs als Antwortmöglichkeit aufgeführt. Den habe kaum jemand angekreuzt, auch von den Jüngeren nicht, erläutert sie schmunzelnd. Obwohl ein Fußmarsch von rund 40 Kilometern ja durchaus etwas von einer sportlichen Leistung hat.

Die Umfrage sieht sie auch nicht als richtige wissenschaftliche Arbeit, sondern als Feldstudie, die den Einstieg in den theoretisch, wissenschaftlichen Teil ihrer Masterarbeit bildet. Darin arbeitet sie die Unterschiede der Rolle Marias in den Konfessionen heraus. Hauptkritikpunkt aus protestantischer Seite sei, dass Maria zu sehr auf die Seite des Göttlichen rücke und damit Jesus aus dem Fokus gerate. Es gebe aber auch viele Bereiche, in denen sich die Konfessionen bei Maria inzwischen annähern würden. „Man will nicht das Trennende betonen, sondern das Verbindende, für katholische und protestantische Christen ist Maria beispielsweise eine Person, die eine besondere Rolle im Leben Jesu gespielt hat.“

Auch bei der Wallfahrt von Bocholt nach Kevelaer würden evangelische Christen mitpilgern. Hier spiele vor allem der Gemeinschaftsgedanke eine große Bedeutung. Der sei die große Chance, Menschen zu erreichen, die der Kirche sonst eher fern stehen.

Für die 27-Jährige ist es ein besonderes Gefühl wenn sie in Kevelaer einzieht und an der Gnadenkapelle steht. Ihre Erfahrungen in der kirchlichen Jugendarbeit waren für sie auch die Motivation, Theologie zu studieren. Nach der Masterarbeit, seit August, arbeitet sie in St. Irmgardis Rees und freut sich an dem Kontakt zu den Menschen in der Gemeinde. Sie fühle sich gut aufgenommen, etwas fehle ihr allerdings der Kontakt zu gleichaltrigen Leuten. Denn denen fehlt oft der Zugang zur Kirche. Es sei die große Herausforderung, Jugendliche und jüngere Leutet wieder für Kirche zu begeistern. Das Thema will sie im zweiten Jahr ihrer Ausbildung angehen. Denkbar seien besondere Formen von Gottesdiensten, die junge Menschen ansprechen. Jetzt freut sie sich vor allem auf das Ferienlager auf Ameland. Dort wird sie Lagerleiterin sein.