Weeze: Kreis Kleve beanstandet Wind-Konzentrationsflächen

Weeze: Kreis Kleve beanstandet Wind-Konzentrationsflächen

Die Landespolitik befürwortet einen Ausbau der alternativen Energien. Das bezieht sich auch auf Windkraftanlagen.

Konzentrationsflächen für die Anlagen werden aber nur nach eingehender Prüfung der Bedingungen genehmigt — und häufig eben auch gar nicht. Das erlebt gerade die Gemeinde Weeze, die mehrere Flächen für die Nutzung durch Windenergie ausweisen möchte. Bezirksregierung und Kreis Kleve haben erhebliche Bedenken. Auch gegenüber den Planungen des benachbarten Kevelaer. Eigentlich sollte das Thema in der heutigen Sitzung des Kreistags behandelt werden. Doch vorangegangene Abstimmungsgespräche haben ergeben, dass die Vorstellungen der Gemeinde und der Investoren auf der einen und die der übergeordneten Behörden auf der anderen Seite weit auseinander klaffen.

Deshalb wird der Tagesordnungspunkt vertagt. Das erläuterte Wilhelm Moll-Tönnesen vom Fachbereich Bauen und Planen in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Zwei Probleme gibt es: Zum einen beanstandet die Bezirksregierung einen zu knappen Korridor für Flugzeuge, die den Airport Weeze im Sichtflug anfliegen. Das "Nein" zu den vorgesehenen Standorten der Windkraftanlagen im Bereich Baal/Wemb deutet Moll-Tönnesen als "abschließend".

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Noch weniger Verständnis haben Verwaltung und Lokalpolitiker jedoch für die Argumente des Kreises Kleve. Dessen Fachabteilung sieht das Landschaftsbild durch die Planungen gefährdet. Ob Kalbeck oder Baaler Bruch: Die Anlagen würden die niederrheinische Umgebung negativ beeinträchtigen und den Radtourismus stören. Weezes Gemeindeverwaltung hat Fotos von weiten Feldern mit intensiver Landwirtschaft gemacht, die beweisen sollen, dass soviel erhaltenswerte Natur längst nicht mehr besteht. "Es wird am Donnerstag, 8. Mai, eine gemeinsame Bereisung mit dem Kreis geben, wo wir unsere Sicht der Dinge noch einmal darstellen wollen", erklärt der Fachbereichsleiter.

Die Sorge der Weezer: Wenn es keine neuen Konzentrationsflächen geben sollte, könnten Investoren Genehmigungen für einzelne Windanlagen beantragen. Die abzulehnen dürfte schwierig werden. Dann droht die "Verspargelung" der Landschaft.

(nik)