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Konzert in Kevelaer: Bei den Domspatzen hinter die Kulissen geblickt

Konzert in Kevelaer : Bei den Domspatzen hinter die Kulissen blicken

Sechs Besucher haben beim Konzert in Kevelaer einen Einblick in die Arbeit des berühmten Knabenchors bekommen.

Auf ihrer Herbstkonzertreise über Bad Sooden-Allendorf, Oelde und Münster gastierten die berühmten Regensburger Domspatzen auch in der Kevelaerer Marienbasilika. Die fast 60 Knaben wurden überwiegend in Kevelaerer Gastfamilien untergebracht. Es wurde bekannt, dass der neue Leiter des Chores, Domkapellmeister Christian Heiß, selbst als Domspatz aufgewachsen ist und als aktives Mitglied auch in Kevelaer ein Konzert singen durfte.

Der seit vier Jahren an St. Marien tätige Basilikakantor Sebastian Piel, der selbst einen Knabenchor mit über 100 Jungen aufgebaut hat, freut sich über das Ereignis. Er berichtete von einem besonderen Kooperationsprojekt im nächsten Jahr: „Zu Christi Himmelfahrt reist der Knabenchor der Basilikamusik zum Aufbauchor der Domspatzen nach Regensburg. Auf dem Programm stehen ein gemeinsames Konzert und ein Gottesdienst. Es wird ein Gegenbesuch erfolgen.“

Ein besonderer Abend war es vor allem für sechs Personen, die einen VIP-Konzertbesuch mit Blick hinter die Kulissen gewonnen hatten. Annelie Hunselar aus Straelen, die schon mal in einem weltlichen Chor gesungen hat, war in Begleitung von Manfred Deeg angereist. Birgit Lemmens-Lamers, aktives Mitglied im Wettener Familienchor unter der Leitung von Biggi Lehnen, hatte ihren Mann Werner Lemmens mitgebracht. Ebenfalls ein Heimspiel hatten die Geschwister Janine und Julian Renard aus Kevelaer. Sie waren für ihre erkrankte Mutter Bärbel eingesprungen. Janine, ehemalige Messdienerbetreuerin kannte sich hinter den Kulissen gut aus, was kurz vor Konzertbeginn noch sehr hilfreich für die Gruppe war.

Sebastian Piel empfahl den Besuchern, sich wegen der besonderen Akustik nicht in die erste Reihe, sondern lieber zwischen Reihe sechs und zehn zu setzen. Er begleitete die Gewinner hinter den Kulissen zunächst in den Musiksaal. Als aber die angekündigten Domspatzen nicht erschienen, ging es auf verschlungenen Pfaden an der Sakristei für Priester vorbei in den Mutter-Theresa-Saal. Interessiert verfolgten die Besucher das Geheimnis des Einsingens, durch das der Dirigent seine Sprösslinge einfühlsam und verständnisvoll führte und auf das anschließende Konzert vorbereitete.

Während der Führung füllte sich die Basilika und die Gruppe konnte im mittleren Teil des Mittelschiffs noch Plätze finden. Der Chordirektor an St. Marien, Romano Giefer, freute sich über den enormen Zuspruch und bat das Publikum, den Beifall am Ende des Konzerts zu entladen. Kaplan Christoph Schwerhoff wünschte allen, durch das Konzert dem Himmel ein Stück näher zu kommen. Beim anschließenden Backstage-Empfang ergaben sich für die Gewinner noch interessante Gespräche mit den Chorknaben und Organisatoren.