Weeze: Knut Haaver und die Kunst der Farben

Weeze: Knut Haaver und die Kunst der Farben

In der dritten Generation führt der Weezer Raumausstatter-Meister das Geschäft rund um Teppiche, Tapeten und Vorhänge weiter. Nach dem Umbau gibt es mehr Ausstellungsfläche. Heute ist die Wiedereröffnung.

Was modebewussten Frauen der Blick zum Pariser Laufsteg ist, ist für Knut Haaver der Besuch der Kölner Möbelmesse. Der Weezer beschäftigt sich mit Schönheit, vor allem, was das Dekorieren von Räumen angeht. "Wir sind eigentlich ein aussterbender Beruf", sagt der Raumausstatter-Meister. Trotzdem scheut er nicht Neuerungen. Sein Geschäft an der Kevelaerer Straße 16 ist modernisiert worden. Er führt es in der dritten Generation weiter. Sein Opa Heinrich hatte während des Zweiten Weltkriegs schon ein Geschäft, sein Vater Helmut setzte es fort. Die Mutter legte den Fokus zusätzlich auf Kunsthandwerk. 1986, mit der Ortskernsanierung, war der Umzug von der Roggenstraße/ Kardinal-Galen-Straße an den heutigen Standort. "Den Umschwung schaffen", beschreibt Haaver, worauf es ankommt, wenn ein Familienbetrieb auch in der dritten Generation erfolgreich sein will.

Im Inneren ist nach dem Umbau alles neu. Es wurde Platz geschaffen, um moderne Raumkonzepte zu zeigen. Der Hochflorteppich strahlt in einem frischen, hellen Grün, die Einbauschränke sind weiß. So mag er es am liebsten. "Sich bei den großen Flächen zurücknehmen und Gimmicks einsetzen", nennt es der Raumausstatter-Meister.

Gimmicks, das können farbige Sofakissen sein, Decken, Gläser oder Porzellan, alles, womit Akzente gesetzt werden können. Haaver zeigt Bilder von der Kölner Möbelmesse. "Dunkel kommt wieder", sagt er. Tatsächlich sind dunkle Schrankwände zu sehen, gediegen graue Sofas. "Zeitloses Design finde ich eine wichtige Geschichte", sagt Haaver, worauf es ihm ankommt. Das ist unabhängig von allen Trendfarben. Mit den Farben sei das ohnehin so eine Sache. "Jeder Mensch hat andere Farben, die er schön findet und mit denen er sich wohlfühlt. Das ist eine Wissenschaft für sich", sagt der Raumausstatter. Ganz interessant wird es bei Familien, wenn es zum Beispiel um die Gestaltung des Wohnzimmers geht. Da wird Haaver auch schon einmal zum Mediator. Da gelte es, die große Fläche in einer Farbe zu gestalten, mit der jeder zurecht kommt, und mit Accessoires zu arbeiten. Damit man sich das ein bisschen besser vorstellen kann, hält auch ein moderner, akkubetriebener Fernsehsessel Einzug ins Schaufenster und später vielleicht auch mal ein Sofa.

  • Kevelaer : Neue Wege für die Innenstadt

Aber nicht nur Gardinen auf Maß, Sonnenschutz und Teppiche sind in dem Geschäft zu finden. Weil eben immer weniger Leute Teppich und Gardinen in ihr Zuhause einziehen lassen, gibt es in Räumen manchmal ein Schallproblem. Auch da geht Haaver mit der Zeit und hat eine Lösung.

Er zeigt auf eine mit hochwertigem Wollstoff überzogene Wand. "Der Star ist dahinter", sagt Haaver und klopft dagegen. Das Wandelement hilft mit spezieller Holzwolle, den Schall einzufangen. "Schallkonzepte, nicht nur für Großraumbüros, das entwickelt sich gerade", sagt der Raumausstattermeister. Er mag an seinem Beruf den unglaublich breiten Arbeitsbereich, den Kontakt zu Menschen und für Probleme maßgeschneiderte Lösungen zu finden.

Die Öffnungszeiten haben sich geändert. Das Geschäft auf der Kevelaerer Straße 16 kann dienstags, donnerstags und freitags von 14.30 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 12.30 besucht werden. Zu den anderen Zeiten ist Knut Haaver unterwegs zu Kunden, Raumkonzepte entwickeln.

(RP)
Mehr von RP ONLINE