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Kevelaer: Klärwerk wird erweitert

Kevelaer : Klärwerk wird erweitert

Der Niersverband investiert 18 Millionen Euro in den Ausbau des Klärwerks Kevelaer-Weeze. Deshalb sollen die Abwassergebühren aber nicht steigen, heißt es.

Sauberes Trinkwasser und ein geregelter Abtransport des genutzten Wassers sind für die Bürger am Niederrhein eine Selbstverständlichkeit. Ebenso geht jeder davon aus, dass das Wasser, das in die Niers eingeleitet wird, gut gereinigt wurde. Damit das alles so bleibt, muss der Niersverband regelmäßig in die Kläranlagen und sonstigen Anlagen im Verbandsgebiet investieren. Die nächste große Ausgabe — 18 Millionen Euro — bezieht sich auf das Klärwerk Kevelaer-Weeze. Baubeginn ist in Kürze, 2014 soll alles fertig sein.

Ulrich Otto, der Leiter der Abteilung Planung und Bau beim Niersverband, stellt der RP gemeinsam mit Pressesprecherin Margit Heinz das Vorhaben vor. Zu den Hintergründen erklärte er: "Das Klärwerk Kevelaer-Weeze, das aus den 80er Jahren stammt, ist derzeit auf 30 000 Einwohnerrichtwerte ausgelegt, künftig auf 35 000. Zu den bestehenden zwei Straßen bauen wir eine dritte hinzu, denn die bestehende Anlage ist komplett ausgelastet." Grundsätzlich haben moderne Kläranlagen Stufen fürs Rechen und Sieben, für biologische Aufbereitung und für die Nachklärung des Wassers.

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Alles, was aus den Privathaushalten, von Industrie und Gewerbe in den Kanal fließt, kommt im Klärwerk an. "Im Fall Kevelaer ist zusätzlich auch noch die große Anzahl an Pilgern zu berücksichtiegn", gibt Otto zu bedenken. Auch Tages- und Übernachtungsgäste mehren das Abwasser-Aufkommen. Sie werden allerdings nicht an den Abwassergebühren beteiligt. Die steigen durch den Umbau übrigens nicht, versichert Otto. "Mit den Bürgern wird über kalkulatorische Kosten abgerechnet. Die sind unabhängig von aktuellen Investitionen", sagt der Fachmann vom Niersverband. Sämtliche Gebühren, von denen etwa 40 Prozent die Gemeinde, den Rest der Verband bekomme, gingen in den Topf der Solidargemeinschaft Verbandsgebiet.

Vom höchsten Punkt der Anlage aus, dem Faulbehälter, reicht der Blick über das gesamte Werk und über die Abgrabung Hüdderath bis nach Kevelaer (auf der anderen Seite bis Weeze). Ulrich Otto erkennt, dass der 35 Jahre alte Beton nicht mehr ganz auf der Höhe ist. "Einige Bereiche müssen saniert werden, bevor wir sie wieder nutzen können. Rechenanlage, Vorklärbecken, Belebungsbecken (in dem die Bakterien wirken) und Nachklärung werden neu errichtet, dazu Pumpwerke, Fäkalien-Annahmestation (aus Kleinkläranlagen) und ein Blockheizkraftwerk. In das soll künftig das Faulgas eingespeist werden. "Den entstehenden Strom nutzen wir dann komplett selbst", sagt Margit Heinz. Diese Technik zu nutzen, sei an mehreren Standorten geplant. Der Klärschlamm, der am Ende des Reinigungsprozesses übrig bleibt, wird zum Teil ebenfalls genutzt: als Dünger in der Landwirtschaft. Der Großteil werde jedoch verbrannt.

(RP)