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Kevelaer: "Kirche ist ein gewaltiges Stück Heimat"

Kevelaer : "Kirche ist ein gewaltiges Stück Heimat"

Mit einem Fusionsgottesdienst im Marienpark beginnt die Geschichte der neuen Pfarrgemeinde St. Antonius Kevelaer. Die bisherigen Pfarreien in Kervenheim, Kevelaer, Twisteden, Wetten und Winnekendonk gehen in ihr auf.

Fünf katholische Kirchengemeinden aus Kervenheim, Kevelaer, Twisteden, Wetten und Winnekendonk sind nun eine. Mit dem Fusionsgottesdienst im Kevelaerer Marienpark beginnt die Geschichte der neuen Pfarrgemeinde St. Antonius Kevelaer. Gleichzeitig endet mit der Pfarrfusion die lange Vorbereitungszeit und damit die regelmäßigen Treffen der Steuerungsgruppe und der fünf Fachgremien, die die Fusion vorbereiteten. Spätestens mit dem Überreichen der Ernennungsurkunden durch Weihbischof Wilhelm Theising zum Ende des Fusionsgottesdienstes war die Geburt der neuen Pfarrei offiziell und quasi amtlich.

Das große Ereignis der Verschmelzung hat schon einen Schatten voraus geworfen. Auf der Internetseite der "alten" Pfarrgemeinde St. Antonius Kevelaer unter www.antonius-kevelaer.de war bereits vor dem Fusionsgottesdienst das Logo der "neuen" Pfarrgemeinde zu finden. Die "alte" Kevelaerer Pfarrei St. Antonius ist gemeinsam mit St. Antonius Kervenheim, St. Quirinus Twisteden, St. Petrus Wetten und St. Urbanus Winnekendonk in die neue Pfarrgemeinde St. Antonius Kevelaer aufgegangen. Und schon das Schließen der Taufbücher der alten fünf Pfarrgemeinden am vorherigen Sonntag deutete auf etwas Neues hin.

Für Pfarrer Andreas Poorten ändert sich rein äußerlich wenig. Nach wie vor ist er Pfarrer von St. Antonius Kevelaer, die gleichnamige Kirche bleibt "seine" Pfarrkirche, Poorten ist Seelsorger aller fünf Orte und hat damit ebenso viele Gläubige zu betreuen wie vorher. Poorten hatte sich schon während der Planungsphase in Vorfreude gezeigt, denn: "Die Gremien haben die neue Zusammenarbeit durchweg positiv bewertet", sagte Poorten zur "Halbzeit" der Vorbereitung im April dieses Jahres.

Nach dem Gottesdienst gab es kostenlos Gulasch. Maria Verhoeven verteilt hier eine Portion. Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Und er freute sich darauf, dass es nun nur noch einen Kirchenvorstand und bald nur noch einen Pfarreirat gibt - aus einem Grund: Weniger Sitzungen bedeuten mehr Zeit für Seelsorge. Poorten und die übrigen Priester, Diakone und Pastoralreferenten haben nun rund 15 000 Gläubige zu betreuen. Nach St. Maria Magdalena Geldern mit etwa 20 000 Katholiken ist in Kevelaer die zweitgrößte Pfarrei des Kreisdekanates Kleve entstanden.

Pfarrer Andreas Poorten nutzte den Fusionsgottesdienst, um den Menschen in der neuen Pfarrgemeinde für ihre Arbeit und Unterstützung zu danken: "Es gibt so viele, denen man Dank sagen müsste. Ich habe in der Vorbereitung der Pfarrfusion sehr viele Menschen erlebt, die mit viel Power und Talent mitgeholfen haben, diese Fusion möglich zu machen. Ich muss aber auch Weihbischof Wilhelm Theising für seine aufmunternden Worte danken."

Theising hatte in der Predigt auf das menschliche Miteinander hingewiesen und vor allem zum Ende deutlich gemacht, dass dieses in den fünf Dörfern der Pfarrgemeinde sicher kein Problem sei. Fusion, so Theising, bedeute, gemeinsam Kirche zu sein, nicht etwa, seine eigene Identität zu anderen Gunsten aufzugeben.

Mit einer fröhlichen Anekdote hatte er den Besuchern des Fusionsgottesdienstes Mut für die Zukunft gemacht: "Als ich in den 1980er Jahren als Kaplan tätig war, hatte ich ein Pfarrfest mitgestaltet, das das Motto ,Wer mitmacht, erlebt Gemeinde' trug. Der Pfarrer hatte es spaßeshalber umgedreht zu ,Wer Gemeinde lebt, macht was mit'. Ich wünsche ihnen allen, dass das erste Motto der Fall ist."

Bürgermeister Dr. Axel Stibi richtete sich mit Grußworten an die neue Pfarrgemeinde: "Kirche ist immer ein gewaltiges Stück Heimat, vor allem in Vereinen und Organisationen, in denen Glauben gelebt wird. Ich sehe eine starke Kirchengemeinde, in der nun alle Kevelaerer Ortsteile vertreten sind und so gemeinsam ihre Dorf-Identitäten vereinen können."

Der Gottesdienst im Marienpark wird aber noch nicht der letzte Schritt zur Pfarrfusion gewesen sein. Am diesjährigen dritten Adventssonntag wird ein neuer Pfarreirat gewählt, im November 2015 steht dann ein neuer Kirchenvorstand zur Wahl.

(buer)