Kiesgegner geraten mit CDU-Politikern aneinander

Nach Abstimmung für Entwicklungsplan : Kiesabbau: CDU-Abgeordnete fühlen sich bedroht

Kiesgegner sind Charlotte Quick (CDU) angegangen. Günther Bergmann (CDU) stellte sich schützend neben sie.

(zel) Nachdem der Landtag in Düsseldorf am Freitag den Landesentwicklungslan verabschiedet hat, der auch zur Folge hat, dass am Niederrhein mehr Flächen zum Kiesabbau ausgewiesen werden, ist es zu einer Konfrontation zwischen Kiesgegnern und der CDU-Abgeordneten Charlotte Quick aus Hamminkeln gekommen. Nach der Plenarsitzung hatte sich Quick zusammen mit den CDU-Abgeordneten Margret Voßeler-Deppe (Issum) und Günther Bergmann sowie Stephan Haupt (FDP) in einem Bereich befunden, der für Besucher nicht zugelassen ist, als eine Phalanx von Kiesgegnern auf sie zugekommen sei. Zunächst habe es eine inhaltliche Diskussion gegeben. Dann sei einer der Kiesgegner auf sie zugegangen und habe gerufen: „Sie halten jetzt mal den Mund.“ Quick habe sich verbal, aber auch körperlich bedroht gefühlt, sagte sie unserer Redaktion.

Margret Voßeler-Deppe war zu diesem Zeitpunkt bereits wieder im Büro, ist aber entsetzt über die Reaktionen. „Es ist schon erschreckend, wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt“, sagt die CDU-Politikerin. Sie habe den Eindruck, dass manche Menschen inzwischen keine Grenzen mehr kennen, wenn es um ihre Eigeninteressen gehe. „Es macht mich betroffen, dass Leute so aggressiv werden.“ Als Politiker müsse man nicht nur Einzelinteressen im Blick haben, sondern das große Ganze. Man müsse abwägen, das hätten die Politiker beim sensiblen Thema „Kies“ getan.

Günther Bergmann spricht von einer Verrohung der Sitten, die inakzeptabel sei. „Das geht überhaupt nicht, es ist unfassbar“, sagt der CDU-Politiker, der sich schützend neben Charlotte Quick gestellt hatte. Mit seinen 1,90 Meter Größe habe er sofort für Ruhe sorgen können.

Die Abgeordneten von CDU und FDP hatten für den neuen Landesentwicklungsplan gestimmt, der den Bedarf an Kiesmengen von 20 auf 25 Jahre erweitert. „Wir mussten Maß und Mittel finden, um den zusätzlichen Bedarf an Rohstoffen für die Zukunft zu decken“, so Bergmann.

(zel)
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