KEYLAER feiert : Großer Andrang zum Jubiläum auf Keylaer im Geschichts-Café

„Ich fang’ an, bevor noch mehr kommen“, scherzte Geschichts-Café-Moderator Reinhard Peters, der zusammen mit seinen Freunden der St.-Hubertus-Gilde mit rund 30 bis 50 Gästen gerechnet hatte. Schlussendlich waren es knapp 100 Kevelaerer Geschichtsinteressierte, die mit dem Rad oder Auto angereist waren, um den Vorträgen zur Bauernschaft Keylaer zu lauschen.

Die Festwoche zu 875 Jahren Keylaer ist gestartet. Das Geschichts-Café war eine der Jubiläumsveranstaltungen. Den Mitgliedern der St.-Hubertus-Gilde wünschte Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler einen guten Verlauf und Freude bei der anstehenden Festwoche zum 875-jährigen Bestehen der Bauernschaft. „Key­laer gibt es mindestens 150 Jahre länger als Kevelaer“, sagte der Bürgermeister.

In der Tat wurde Keylaer im Jahr 1144 erstmals im Zusammenhang mit einer Schenkung des Friedrich von Boedberg an das Xantener Stift urkundlich erwähnt. Von Boedberg stammte aus einer alten geldrischen Adelsfamilie, die im Herzogtum Geldern wichtige Führungspostionen einnahm. Dies ist unter anderem in der Festschrift „875 Jahre Keylaer“ nachzulesen, an der zahlreiche Personen mitgewirkt haben. Das 160-seitige Buch konnte vor Ort im Hubertushaus erworben werden. Insbesondere die Stadtarchivarin der Wallfahrtsstadt Kevelaer, Dorothee Flemming-Lühr, leistete einen enormen Beitrag zur Aufarbeitung der Keylaerer Historie. In ihrem Vortrag las sie Passagen aus der Festschrift vor und nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise vom Mittelalter bis in das Jahr 1901, als die St.-Hubertus-Grundschule fertiggestellt wurde.

  • Aus der Festschrift: Hochzeit auf dem
    Kevelaerer Ortschaft : Keylaer feiert eine Woche lang 875 Jahre
  • Die Hubertuskapelle, die auf Kevelaerer Stadtgebiet
    Kevelaer-Keylaer : Keylaer bereitet Festwoche vor
  • Die riesigen Strohpuppen weisen auf das
    Festwoche im August : Keylaer ist bereit für 875-Jahr-Feier

Malermeister Gottfried Winkels, der sich seit mehreren Jahrzehnten bereits um die Sanierung des ältesten Gebäudes Keylaers, der Hubertuskapelle, kümmert, referierte über technische Details der drei großen Renovierungsarbeiten, die er im Laufe der Jahre vornahm. Im Anschluss kamen Hans-Gerd op de Hipt, Gerd Baumgärtner und Ernst Koppers zu Wort. Die Drei referierten über Denkmäler, Heiligenhäuschen wie die Fatima-Kapelle und Wegkreuze wie das Hagelkreuz. Die kleine Ausstellung mit Bildern, historischen Karten und alten Malereien der Keylaerer Bauernschaft kann noch während der gesamten Festwoche in der Hubertuskapelle begutachtet werden.

Der Moderator der Veranstaltung und Schriftführer der Hubertus-Gilde, Reinhard Peters, hatte eine kurze Präsentation mit dem Aufhänger „Wo ist Keylaer“ vorbereitet. Keylaer war auf einer Karte aus 1778 auf dem Boden des Herzogtums Kleve eingezeichnet, während Kevelaer zum Herzogtum Geldern gehörte. Auf einer anderen Karte verlief die Grenze der Herzogtümer sogar mitten durch Keylaer hindurch. Eine spannende Geschichte, der die Zuhörer aufmerksam folgten.

Info Radwandern zum Jubiläum: Am Freitag, 9. August, Treffpunkt ist um 18 Uhr am Keylaerer Hubertushaus. Von dort radeln die Teilnehmer zur Weezerstraße. Danach geht es zur Unterführung bei der Hegenerstraße am Schloss Wissen und über die Hahnenstraße am Keylaerer Wasserwerk vorbei zurück zum Hubertushaus. Dort stehen im Anschluss an die Radwanderung Getränke bereit. An insgesamt neun Stationen werden Denkmäler, Heiligenhäuschen und Wegkreuzes von Ernst Koppers, Hans-Gerd op de Hipt und Gerd Baumgärtner vorgestellt und in ihrer Bedeutung erläutert.