Ende der Wallfahrtszeit in Kevelaer: Kevelaers Wallfahrtssaison ist zu Ende

Ende der Wallfahrtszeit in Kevelaer : Kevelaers Wallfahrtssaison ist zu Ende

Um den Ritus der Pilgerpforten-Schließung mitzuerleben, waren mehrere Hundert Gläubige in die Marien-Basilika gekommen. Darunter waren viele Niederländer. Chor und Orchester führten Mozarts „Krönungsmesse“ auf.

Allerheiligen – das heißt in Kevelaer auch: Die Pilgerpforte an der Marien-Basilika wird geschlossen und damit für dieses Jahr die Wallfahrtszeit beendet. Der jahrhundertealte Ritus der Schließung wird ebenso feierlich begangen wie die jährliche Öffnung am 1. Mai. Daher war zum Hochamt, das immer von einem Bischof zelebriert wird, die Kirche voll besetzt, zahlreiche Gläubige fanden keinen Sitzplatz mehr.

Für das Pontifikalamt war Bischof Harrie Smeets von der niederländischen Diözese Roermond in die Wallfahrtsstadt gekommen. Für ihn war es eine Premiere, da er erst im vergangenen Oktober zum Bischof von Roermond ernannt wurde. Unter den Gläubigen waren sehr viele Niederländer, zusätzlich waren auch die Kevelaer-Bruderschaften aus Den Haag, Haaksbergen, Ost-Twente und Oldenzaal gekommen. Die wichtigsten Texte und Lesungen der Messe wurden daher auch in niederländischer Sprache gesprochen.

Am feierlichen Einzug in die Kirche waren zahlreiche Priester von St. Marien, Diakone, Messdiener, Vertreter der Kevelaerer Politik und der Bruderschaft der Consolatrix Afflictorum (Trösterin der Betrübten) beteiligt. Den musikalischen Rahmen bestritten Chor und Orchester der Basilikamusik unter der Leitung von Chordirektor Romano Giefer. Sie führten die „Krönungsmesse“ (KV 317) von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Die Darbietung schmückte das Hochamt feierlich und sorgte für ein besonderes musikalisches Erlebnis der Besucher.

Zur Schließung der Pforte gingen alle durch das Hauptportal der Basilika. Draußen war es regnerisch und kalt, dennoch blieben die allermeisten Gläubigen am Kapellenplatz, um den Moment der Schließung mitzuerleben. Der Bischof betete zusammen mit allen Anwesenden, schloss die große zweiflügelige Pforte, die dann erst im nächsten Jahr am 1. Mai zu einer neuen Wallfahrtszeit wieder geöffnet wird. Es folgte ein gemeinsames Gebet an der Gnadenkapelle, dann zog der Bischof mit allen Zelebranten und der Gemeinde zum Forum Pax Christi. Begleitet wurden sie vom Blasorchester der Basilikamusik.

Domkapitular Gregor Kauling hielt dort einen kurzen Rückblick auf das vergangene Wallfahrtsjahr, das sein zweites in Kevelaer war. Er dankte dem Bürgermeister Dominik Pichler und allen Mitarbeitern der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit. Ebenso dankte er den Mitarbeitern der Wallfahrt, dem gesamten Seelsorgeteam und den „Menschen im Hintergrund“. Im Rückblick betonte er nur wenige Ereignisse, dazu gehörte das spontane gemeinsame Gebet vieler Menschen in der Basilika kurz nach dem Anschlag in Halle. „Das war ermutigend, dass so viele sofort zusammengekommen waren“, sagte der Wallfahrtsrektor. Es sei nötig, den Mut zu haben, aufzustehen und zu sagen „Es ist genug“. Er erwähnte auch die Vigilfeiern in der Basilika, die zahlreiche Menschen angesprochen hätten. Weiter sei man vielfach auch draußen auf dem Kapellenplatz mit Passanten, Pilgern, Kevelaerern in Dialog getreten. Bastian Rütten, der theologische Referent der Wallfahrt, nenne dies ein „Experimentierfeld“.

Beim Stummfilm über die Wallfahrt nach Kevelaer füllten viele Zuschauer die Basilika. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Der am Vorabend des Allerheiligentages gezeigte schwedische Stummfilm „Vallfahrten till Keve­laer“ („Die Wallfahrt nach Kevelaer“) gehört auch in diese neue Veranstaltungsform. Der Stummfilm aus dem Jahre 1921 wurde musikalisch untermalt durch Improvisationen auf der Orgel von Elmar Lehnen und mit Impuls-Texten versehen, geschrieben und gelesen von Rütten. Zum Thema Motorradwallfahrt sagte Kauling: „Diese wichtige Wallfahrt braucht unsere Hilfe.“ Hier müsse besonders auf Organisation und Sicherheit geachtet werden. Zum Abschluss spendete der Bischof von Roermond den Päpstlichen Segen.

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