Kevelaer: Kevelaers Feuerwehr übt Großeinsatz

Kevelaer : Kevelaers Feuerwehr übt Großeinsatz

Im früheren Möbelgeschäft von Arno Holtappels konnten die Blauröcke am Montagabend simulieren, was bei einem echten Feuer alles beachtet werden muss. Auch die Wehren aus Twisteden und Wetten waren dabei im Einsatz.

Das Vorbereitungsteam hat dafür gesorgt, dass ordentlich Qualm aus den Gebäuden kommt, dicke Schwaden ziehen durch die Straße. Dafür sind spezielle Rauchbomben gezündet worden. Foto: Gottfried evers

Der frühere Hausherr ist als einer der ersten an Ort und Stelle. Arno Holtappels ist über die Übung informiert, die in seinem früheren Möbelgeschäft stattfinden soll. Auch seine Frau macht Fotos. "Es ist doch wunderbar, dass die Feuerwehr hier mal unter realistischen Übungen üben kann", sagt er auf die Frage, was er denn denke angesichts der vielen Feuerwehrfahrzeuge, die sich rund um den Antwerpener Platz platziert haben. "Aber wenn demnächst hier der Abriss ansteht, dann wird das schon mit Schmerzen verbunden sein", ergänzt er.

Denn in kurzer Zeit wird die 85-jährige Geschichte des Möbelgeschäftes in Kevelaer enden. Der Komplex wird abgerissen, auf dem Areal wird der neue Edeka-Markt von Brüggemeier entstehen. Eben das bietet der Feuerwehr die ideale Möglichkeit, hier einen Großeinsatz mitten in der Stadt zu üben.

Das Vorbereitungsteam hat dafür gesorgt, dass ordentlich Qualm aus den Gebäuden kommt, dicke Schwaden ziehen durch die Straße. Dafür sind spezielle Rauchbomben gezündet worden. Sieht spektakulär aus. Oben unterm Dach sitzen Jugendliche am Fenster und rufen um Hilfe. Sie gehören zur Gruppe der Jugendfeuerwehr, die die vom Feuer eingeschlossenen Hausbewohner spielen. "Ihr seid gleich die Verletzen. Versucht, so realistisch wie möglich zu spielen, aber nicht so gekünstelt", lauteten die Einweisungen von Pascal Endress und Tobias Schülpen von der Feuerwehr Kevelaer kurz vor der Übung an die Kinder und Jugendlichen. Ganz in ihrer Rolle geht Jutta Holz auf. Die Betreuerin der Jugendfeuerwehr spielt eine aufgeregte Hausbewohnerin, die die Einsatzkräfte kurz vor 19 Uhr in Empfang nimmt.

Sie ist völlig außer sich, muss von den Feuerwehrleuten erst einmal beruhigt werden, die sich einen Überblick über die Sachlage verschaffen müssen. Das alles gehört zur Übungseinheit.

Unter Atemschutz geht es ins Gebäude. Der Leiterwagen wird ans Gebäude gefahren, der Rettungskorb schwebt in die Höhe.

Neben dem Löschzug Stadt sind auch noch die Wehren aus Twisteden und Wetten im Einsatz. "Wichtig bei der Übung ist die Ordnung des Raums drumherum. Es handelt sich um eine schmale Straße, da müssen die Kräfte richtig verteilt werden", sagt Wehrleiter Georg Metzelaers. Solche Übungen seien wichtig, um die Schlagkraft für den Ernstfall unter echten Bedingungen zu testen, betont er.

Einige Anwohner sehe das offenbar anders. Sie beschweren sich, dass sie nicht aus ihrer Straße kommen. Darüber kann Ordnungsamtsleiter Ludger Holla nur den Kopf schütteln. "Die Leute sollten froh sein, dass sich Menschen bei der Feuerwehr ehrenamtlich engagieren", sagt er. Wenn man selbst in einer Notlage sei, wisse man es zu schätzen, dass die Einsatzkräfte gut ausgebildet sind.

(zel)