Kevelaer: Kevelaererin wartet schon seit vier Monaten aufs Telefon

Kevelaer : Kevelaererin wartet schon seit vier Monaten aufs Telefon

Der Umzug führte die Kevelaererin nicht weit. Von ihrer alten Wohnung in der Gelderner Straße bis zur Lortzingstraße sind es Luftlinie nur ein paar Hundert Meter. Und nicht nur die Stadt blieb für Agatha Holtschoppen die gleiche. Auch ihre Telefonnummer wollte die 75-Jährige behalten. "Die habe ich schon seit 39 Jahren." Im Oktober ging der Möbeltransport über die Bühne. Auf ihren Telefonanschluss in der neuen Wohnung jedoch wartet Agatha Holtschoppen bis heute.

Bei der Telekom hatte sich die Seniorin ordnungsgemäß umgemeldet. Ihr Telefon liegt seit dem 4. Oktober unbenutzt in der neuen Wohnung im Schrank. Als sie sich im Telekom-Laden erkundigte, wusste dort niemand Bescheid. Statt dessen bekam sie ein Schreiben von dem Unternehmen, in dem es seiner Freude darüber Ausdruck verlieh, Frau Holtschoppen mit ihrer "neuen" Adresse Gelderner Straße ins Telefonbuch eintragen zu können. "Lachhaft", sagt die Adressatin nicht nur über diesen Brief. Was sie noch bekam: Eine Rechnung über 0.08 Cent, die sie angeblich im Festnetz vertelefonierte.

Am 8. Dezember war ein Monteur in ihrer Wohnung. Doch der, erinnert sich die Kevelaererin im Gespräch mit der RP, "fummelte nur ein bisschen an den Leitungen herum und sagte was von wegen ,Kein Signal'." Am 2. Januar sprach sie beim Telekom-Laden in Kevelaer vor. Zwei Tage später hatte sie Besuch von einem anderen Monteur. "Ein netter Mann aus Duisburg", lobt sie den Handwerker. Der Fachmann hielt alles für gut verkabelt. Nur die Tiefbauer sollten angeblich noch ausrücken müssen, um den Anschluss herzustellen. Nach wie vor ist Agatha Holtschoppen nur übers Handy erreichbar. Oder sie erledigt Telefonate von der Wohnung ihrer Tochter aus. Für die 75-Jährige keine erfreuliche Situation. Darüber tröstet sie auch nicht hinweg, dass die Telekom ihr mittlerweile eine Gutschrift über rund 14 Euro zukommen ließ.

Die Pressestelle der Deutschen Telekom, von der RP mit dem Fall konfrontiert, gibt sich zerknirscht. "Wir bitten, die Schwierigkeiten bei Bereitstellung des Anschlusses von Frau Holtschoppen zu entschuldigen", schreibt Peter Kespohl. "Durch einen Fehler im Verzweigerkabel kam es bedauerlicherweise zu einer Verzögerung bei der Terminierung." Er kündigte an, dass jetzt am kommenden Montag, 30. Januar, ein Techniker den Anschluss bereitstelle. Agatha Holtschoppen ist gespannt, ob das klappt, Vertröstet wurde sie jetzt oft genug.

(kla)
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