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Kevelaer will verstärkt wegen des Kontaktverbots kontrollieren

Coronavirus in Kevelaer : Stadt will verstärkt kontrollieren

Offenbar wird in Kevelaer öfter gegen das Kontaktverbot verstoßen.

Die Kevelaerer haben verstanden, hatte Ordnungsamtsleiter Ludger Holla zuletzt noch gesagt und gelobt, dass sich die Bürger der Marienstadt an die Vorsichtsmaßnahmen halten. Jetzt muss er diese Einschätzung wieder etwas zurücknehmen. „Wir beobachten immer mehr, dass sich einige nicht mehr an die Kontaktverbote halten, es schleicht sich ein“, sagt Holla. Vor zwei Wochen sei die Stadt noch fast menschenleer gewesen, danach seien einige Leute mehr auf der Straße gewesen, und inzwischen würde verstärkt auch Personen in Dreiergruppen angetroffen. „Diese Entwicklung sehen wir mit Sorge, denn sie gefährdet den Erfolg der Vorsichtsmaßnahmen“, sagt Holla. Daher werde die Stadt jetzt deutlich gegensteuern. „In Absprache mit der Polizei werden wir jetzt die Daumenschrauben anziehen“, sagt er etwas plastisch. Konkret bedeutet dies, dass Ordnungsamt und Polizei am Wochenende verstärkt Streife gehen werden und kontrollieren. Holla stellt klar: „Bei Verstößen werden wir auch konsequent Bußgeld verhängen.“ Und das kann teuer werden. Denn der günstigste Satz bei einem solchen Verstoß liegt bei 200 Euro. Dieses Geld müsste jeder einer größeren Gruppe bezahlen.

Er appelliert auch an Geschäftsleute und Bürger, sich an die Vorgaben bei Eis, Döner oder Pizza zu halten. Der Verzehr innerhalb von 50 Metern um den Betrieb sei tabu. Eigentlich sehe die Vorgabe des Landes auch vor, dass Döner oder Pizza wirklich auch erst zu Hause gegessen werden. Wer sich damit irgendwo hinsetzt, macht streng genommen schon wieder ein Picknick. Auch das ist verboten. „Wir werden da aber mit Augenmaß vorgehen“, sagt Bürgermeister Dominik Pichler. Auch wenn jemand das Eis in einiger Entfernung beim Laufen schlecke, werde man nicht einschreiten. Klar sei aber, dass bei Verstößen Bußgelder für die Kunden, aber auch für die Inhaber drohen.

„Wichtig ist jetzt, dass wir uns alle weiter an die Beschränkungen halten, keiner darf in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Die Lockerung funktioniert nur, wenn sich alle an die Vorgaben halten.“

In Kevelaer zeige sich, dass die Vorsichtsmaßnahmen Wirkung zeigen. Das würden die Zahlen des Kreises Kleve belegen. Seit Anfang März, dem Auftreten der ersten Corona-Fälle im Kreis Kleve, seien aus Kevelaer 179 Personen unter Quarantäne gestellt worden. 40 dieser Personen seien positiv getestet, 20 sind seitdem wieder genesen und gelten als gesund. Ein Patient ist gestorben. 133 Personen seien wieder raus aus der Quarantäne. Das sei eine positive Entwicklung.

Holla hat auch auf einer Karte genau erfasst, wo im Stadtgebiet die Fälle aufgetreten sind. „Wir haben dabei festgestellt, dass es nirgendwo eine besondere Häufung gibt, sondern sich die Corona-Fälle über das ganze Stadtgebiet verteilen“, berichtet er.