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Kevelaer: Warum die Grünen einen Aktionsplan für Hitze wollen

Ideen zur Abkühlung von Kevelaer gefragt : Grüne sorgen sich wegen der Hitze

Die Ratsfraktion in Kevelaer fordert einen Aktionsplan und verweist auf Fördermöglichkeiten. Die Sommer werden immer heißer, die Städte kühlen nachts kaum ab.

Es wird immer heißer, immer öfter kämpfen die Menschen mit Tropennächten. Auch in Kevelaer. Das ist für die Grünen der Anlass für eine Initiative. Sie beantragen, dass in der nächsten Sitzung des Klimaauschusses über einen Hitzeaktionsplan für Kevelaer beraten wird.

„Tropennächte lassen uns schlecht schlafen, verhindern Abkühlung und treten immer häufiger auf“, so Ulrich Hünerbein-Ahlers von den Grünen in der Begründung für den Antrag. Tropennächte sind eine besondere Form der Sommerhitze. Besonders die Sommer der Jahre 2018 bis 2020 seien ungewöhnlich warm gewesen. Kühlt es abends nicht ab, bringt beispielsweise nächtliches Lüften keine Entlastung. Manche Menschen seien besonders gefährdet für hitzebedingte Krankheitssymptome, etwa Kreislaufversagen oder Dehydrierung. Gerade ältere Menschen könnten an den Folgen der Hitzebelastungen sterben.

„Um den Auswirkungen steigender Hitzephasen entgegenzutreten, braucht es laut Umweltministerium NRW weitreichende Maßnahmen auf kommunaler Ebene, von mehr Begrünung und Entsiegelung bis zu angepasster Gebäudedämmung“, so Hünerbein-Ahlers weiter. Um dies strategisch umzusetzen, bräuchten die Kommunen Hitzeaktionspläne, die nun mit einer neuen Fördermaßnahme des Landes NRW gestärkt würden. Das Land NRW stellt seinen Kommunen zwei Millionen Euro zur Verfügung, um Aktionspläne gegen Hitze umzusetzen oder zu entwickeln.

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„Welche Maßnahmen im Hitzeaktionsplan sinnvoll sind, variiert von Kommune zu Kommune – jeder Plan muss die ortsspezifischen Gegebenheiten berücksichtigen und entsprechende Lösungen dafür finden“, meint Hünerbein-Ahlers. Beispiele seien etwa neue Konzepte der Stadtgestaltung und Bauleitplanung oder für mehr Stadtgrün. Auch spezielle Handlungsabläufe in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen oder Informationskampagnen könnten Teil des Plans sein.

Über das Förderprogramm der Landesregierung könnten Kommunen auch den Umgang mit der Wärmebelastung in den Schulgebäuden analysieren und Verbesserungen planen. Dabei spiele auch die klimaangepasste Gestaltung von Schulhöfen eine besondere Rolle.

„Hitzeschutz hat nicht die gleiche Priorität wie zum Beispiel Brandschutz oder der Schutz vor Hochwasser“, kritisiert Jelka Wickham von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit. „Hitze wird noch viel zu oft mit Strandwetter, Badehose und Eisdielen verbunden, und die Risiken, die für viele Menschen entstehen, werden nicht gesehen.“

(RP/zel)