Kevelaer: Kevelaer und Weeze vor den Wahlen

Kevelaer: Kevelaer und Weeze vor den Wahlen

In der Marienstadt verzichtet die UWU diesmal auf ihre Teilnahme, in Weeze sind die Grünen neu dabei. 23 567 beziehungsweise 8947 Wahlberechtigte sind an die Urne bestellt. Briefwahl in Kevelaer in diesem Jahr gering.

Wenngleich in beiden Kommunen kaum Zweifel über die Gewinner der Kommunalwahl bestehen dürften, sind doch kleine Verschiebungen wahrscheinlich. In Kevelaer tritt die Unabhängige Wählerunion von Ernst Umbach aus Kervenheim nicht mehr an. Um die Wähler, die der UWU zuletzt ihre Stimmen gaben, hat sich diesmal die KBV, die Kevelaerer Bürgervereinigung, bemüht. Gerne hätte die konservativen Stimmen aus Kervenheim sicherlich auch die CDU, deren absolute Mehrheit zuletzt sehr knapp war - ein Abweichler kann im Ernstfall schon zu viel sein. In Weeze gibt es bei dieser Wahl einen Bewerber mehr: die Grünen, die CDU, SPD und FDP Wähler abjagen wollen. Nahe liegende Oppositions-Themen: der Flughafen und die Kies-Abgrabung.

Werden die Wähler in Kevelaer den Christdemokraten, die stolz darauf sind, seit über 60 Jahren die Verantwortung in der Stadt zu tragen, weiter ihr Vertrauen aussprechen? Innerparteiliche Querelen, die für erledigt erklärt wurden, aber spürbar nachwirken, könnten die CDU einige Stimmen kosten. Auch die teure Rathaussanierung könnte sich rächen - zumal nicht wenige Bürger sich fragen, ob die paar Wände, die vom Verwaltungsgebäude noch übrig sind, wirklich den Aufwand lohnen. Nicht selten ist zu hören, in Kevelaer sei in den letzten Jahrzehnten nicht viel passiert: Ist das ein Grund, die Mehrheiten zu bestätigen?

In Weeze hingegen läuft derzeit alles rund; viele Nachbarkommunen gucken neidisch auf die kleine Niersgemeinde. Deren Rathaussanierung blieb so günstig, dass sich kein Bürger darüber empörte, der Ort war der erste, der am integrierten Handlungskonzept teilnahm und dadurch Projekte umsetzen kann, die ohne öffentliche Förderung nicht möglich wären. Demnächst sollen die Weezer sogar ihr langersehntes Bürgerhaus bekommen. Bei soviel Zustimmung zum Handeln der Gemeinde hat es die größte Oppositionspartei, die SPD, nicht leicht, sich ein Profil zu geben - zumal die großen Themen im Rat meist von ihr mitgetragen werden. Weezer, die im Flughafen mehr Nachteile als Chancen sehen, dürften sich über das Auftauchen der Grünen freuen.

In Kevelaer werden am Sonntag rund 200 ehrenamtliche Helfer die 22 Wahllokale besetzen. 34 Ratsmandate sind zu vergeben, die Hälfte davon Direktmandate.

  • 2014 : Kuriose Wahlplakate zur Europa- und Kommunalwahl

Was Wahlleiter Ludger Holla erstaunt: Die Beteiligung an der Briefwahl fiel deutlich geringer aus als etwa bei der letzten Bundestagswahl. Erst 2300 Kevelaerer hatten bis gestern gewählt. Insgesamt gibt es 23 567 Wahlberechtigte bei der Kommunalwahl und 21 177 für die Europawahl (dazu muss man volljährig sein).

Weezes 84 Wahlhelfer kümmern sich um 14 Wahllokale, 28 Mandate sind zu vergeben. Wahlleiter Johannes Peters berichtet, dass 785 von 8947 Wahlberechtigten Briefwahl beantragt hätten. Von den 7172 Wahlberechtigten bei der Europawahl hätten 748 vorab ihre Stimme abgegeben.

In beiden Kommunen sind interessierte Bürger eingeladen, nach 18 Uhr in die Verwaltung (Forum der Begegnungsstätte in Kevelaer) zu kommen und mit zu erleben, wie das Kommunale Rechenzentrum via EDV die Ergebnisse veröffentlicht. Zuerst wird die Europawahl ausgezählt, dann die Kreistagswahl, schließlich die Kommunalwahl.

Hier geht es zur Infostrecke: Die Wahlpannen der Parteien und Städte 2014

(RP)
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