Stadtradeln: Kevelaer tritt in die Pedale

Stadtradeln: Kevelaer tritt in die Pedale

Am Samstag ist der Startschuss fürs erste Stadtradeln in Kevelaer gefallen. Bisher haben die Teams 5000 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. Vor allem Kommunalpolitiker sollen mitmachen und den Radverkehr verbessern.

Wenn das Auto mit bequemen Sitzen und Klimaanlage direkt vor der Haustür steht, kostet es einige Überwindung, trotzdem das Fahrrad zu nehmen. 97 Menschen, die in Kevelaer wohnen oder arbeiten, hier zur Schule gehen oder einem Verein angehören, sind aber entschlossen, bis zum 24. August genau das zu tun: Fahrrad statt Auto fahren. Erstmals macht die Kommune bei der Kampagne „Stadtradeln“ mit. Und seit dem Startschuss am Samstag sind die Teilnehmer in vier Tagen schon fast 5000 Kilometer geradelt und haben dabei den Ausstoß von 700 Kilogramm Kohlenstoffdioxid vermieden.

Eine Prognose, wie viele Kilometer es nach den drei Wochen werden könnten, will Klimaschutzmanagerin Nina Jordan sich nicht erlauben: „Aber das bisherige Ergebnis ist bereits ein Traum. In unserer Größenklasse gibt es Kommunen, die die 100.000 Kilometer-Marke geknackt haben. Das erscheint mir anspruchsvoll, aber möglich nach diesem tollen Start.“

Insgesamt 19 Teams haben sich eingetragen, darunter auch die Stadtverwaltung, die Stadtwerke, ein Volleyball-Team,  die Baptisten Kevelaer und Mitarbeiter der Firma ABS Safety. Wer kein eigenes Team gründen will, kann dem „Offenen Team Kevelaer“ beitreten – es steht mit 1136 Kilometern derzeit an der Spitze des Rankings.

„Radfahren macht Spaß und ich hoffe, dass ich meine Reiterfeunde dazu motivieren kann, hier mitzumachen“, schreibt Birgit Aengenheyster vom Team Pferdefreunde. „Das Fahrrad kann gerade in Kevelaer das Auto oft ersetzen.“ In der Wallfahrtsstadt müsse man mit dem Auto häufig Umwege in Kauf nehmen, entweder wegen Baustellen oder weil es die Verkehrsführung nicht anders zulasse. „Mit dem Fahrrad kommt man oft auf wesentlich kürzerem und schnellerem Wege ans Ziel.“

  • Nina Jordan ist Kevelaers Klimaschutzmanagerin.
    KEVELAER : Kevelaer ist erstmals beim Stadtradeln dabei

Auch fünf von 38 Mitgliedern des Kommunalparlaments sind dabei. Die Kampagne richte sich „insbesondere an Mitglieder des Stadtrats und der städtischen Ausschüsse, denn sie sind Vorbilder und können die Weichen stellen für Radverkehrsförderung“, heißt es von der Stadt.

Auch Bürgermeister Dominik Pichler unterstützt die Aktion. „Das Fahrrad ist vom Niederrhein nicht mehr wegzudenken. Dennoch wird immer noch über die Hälfte aller zurückgelegten Wege mit dem Auto gefahren und diese machen über drei Viertel der klimaschädlichen CO²-Ausstöße im Verkehrssektor aus“, sagt Pichler. „Fahrrad fahren ist gesund für Leib und Seele, hilft gegen verstopfte Innenstädte und hält auch noch die Luft rein.“ Er selbst wohnt in der Stadtmitte und legt die meisten Strecken zu Fuß zurück. Zu Terminen in den Ortschaften will er aber eines der Dienstfahrräder nehmen.

Obwohl das Stadtradeln am vergangenem Samstag begonnen hat, können Interessierte jederzeit einsteigen und Kilometer sammeln. Anmeldungen sind online möglich unter www.stadtradeln.de/kevelaer oder in der Stadtradeln-App. Hier können sich die Teilnehmer auch direkt für ihre Teams eintragen. Die Aktion geht noch bis zum 24. August.