Kevelaer: Sozialdezernent Marc Buchholz will Beigeordneter in Mülheim werden

Politik in Kevelaer : Marc Buchholz hat Mülheim im Visier

Der Sozialdezernent von Kevelaer trägt sich mit Wechselgedanken. Er hat sich auf dieselbe Position in der Ruhrgebietsstadt beworben. Die Chancen dort stehen gut. Die Entscheidung fällt am Donnerstag.

In Geldern ist gerade die Stelle des Beigeordneten neu besetzt worden, jetzt kann es sein, dass auch in der Nachbarstadt diese Position ausgeschrieben werden muss. Denn Kevelaers Sozialdezernent Marc Buchholz möchte in gleicher Funktion nach Mülheim wechseln.

Laut Medienberichten kann der 50-Jährige dabei mit einer breiten Unterstützung rechnen. Die CDU-Fraktion in Mülheim habe sich einstimmig für ihn ausgesprochen, auch Grüne und FDP sowie die Wählergruppen MBI und BAMH favorisieren offenbar Marc Buchholz. Er habe bei der Vorstellungsrunde mit fünf Kandidaten den besten Eindruck hinterlassen, heißt es. Die CDU habe die besondere Qualifikation, Kompetenz und die Kontinuität in der Amtsüberführung überzeugt. Er sei schließlich schon 13 Jahre Sozialdezernent in Kevelaer.

Am Donnerstag fällt im Mülheimer Rat die Entscheidung, die Chancen für Buchholz sind offenbar groß. Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte er am Sonntag seine Bewerbung. Er bittet aber um Verständnis, dass er zu laufenden Personalien nichts sagen könnte.

Pikanterweise fällt die Entscheidung am Donnerstag, wenn abends auch noch Haupt- und Finanzausschuss in Kevelaer ist. Dann stehen hier nämlich zwei Projekte auf der Tagesordnung, für die sich Buchholz stark gemacht hat: der Skaterpark und Fördermittel für die frühere Virginia-Satir-Schule.

Wer Buchholz kennt, weiß, dass er mit Herzblut für die Marienstadt gearbeitet hat. Dass er als Duisburger diese Chance wahrnehmen möchte, ist für Außenstehende mehr als verständlich. Mülheim ist weitaus größer als Kevelaer und damit ist die Position natürlich auch besser dotiert. Zudem ist die Anfahrt aus Duisburg nach Mülheim viel kürzer.

Über seine Kandidatur hat Buchholz den Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden bereits vor einiger Zeit informiert. „Mich überrascht diese Nachricht jetzt nicht“, sagt Bürgermeister Dominik Pichler. „Ich persönlich würde mir wünschen, dass er bleibt, weil er hervorragende Arbeit für die Stadt leistet. Aber aus seiner Sicht kann ich den Schritt natürlich nachvollziehen.“ Die Position sei attraktiv und besser besoldet. Jetzt wolle man den Donnerstag abwarten. „Falls es dazu kommt, dass Herr Buchholz geht, werde ich kurzfristig eine Fraktionsvorsitzenden-Runde einberufen“, sagt Pichler. Es gehe hier um wichtige Personalentscheidungen, die er nicht alleine treffen könne.

Wenn Buchholz gewählt wird, wonach es derzeit aussieht, wird der Wechsel recht zügig über die Bühne gehen. Die Position in Mülheim ist zum 1. März zu besetzen. Rein formal ist es so, dass Buchholz schnell wechseln könnte, wenn er die Ernennungsurkunde aus Mülheim erhalten hat. Die förmliche Einstellung erfolgt durch Aushändigung dieser Urkunde. Eine richtige „Kündigung“ in Kevelaer gibt es dann nicht. Denn es geht hier um Wahlbeamte.

Marc Buchholz arbeitet seit 13 Jahren in Kevelaer, gewählt ist er noch bis zum 1. November 2021. Interessant wird sein, welche Position die Stadt am Ende für seine Nachfolge ausschreiben wird. Denkbar ist, die Stelle eins zu eins wieder mit einem Sozialdezernenten zu besetzen.

Es gibt aber auch schon lange die Forderung von Grünen und FDP, einen Technischen Beigeordneten zu installieren. Diese Diskussion könnte bei einem Abschied von Marc Buchholz wieder Fahrt bekommen.

Dass es nicht ganz einfach ist, momentan viele Bewerber für eine Beigeordnetenstelle zu bekommen, hat sich erst kürzlich in Geldern gezeigt. Hier hatten sich auf diese Position gerade einmal fünf Kandidaten beworben. Davon kamen drei auch noch aus der Stadtverwaltung selbst. Gehofft hatte man auf zehn bis 20 Bewerber.

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